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Dachorganisation für Forschung und Technologie?  
  Bildungsministerin Elisabeth Gehrer will am Donnerstag gemeinsam mit Siemens Österreich-Chef Albert Hochleitner und Böhler-Uddeholm-Generaldirektor Claus Raidl Vorschläge zu einer unfassenden Neuordnung der österreichischen Forschungspolitik präsentieren.  
Die beiden Generaldirektoren haben ein - der APA vorliegendes - Konzept erarbeitet, das eine "Dachorganisation für Forschung, Technologie und Innovation" (DFTI) vorsieht, die außerhalb der Bundesverwaltung steht. Mit dieser soll die Forschungs- und Technologiepolitik des Bundes "weitgehend aus den Ressorts herausgehoben" werden.
...
DFTI als Stiftung oder GmbH
Die DFTI soll per Gesetz eingerichtet werden, etwa als GmbH, Stiftung oder Plattform. Sie steht im Eigentum des Bundes und verfügt über ein vom Bund bereitgestelltes Budget, die Eigentümerrechte werden von den zuständigen Ministern wahrgenommen. Die DFTI soll über zwei Geschäftsführer verfügen. Im Aufsichtsrat hat der Bundeskanzler den Vorsitz, weitere Mitglieder sind die zuständigen Minister, der Finanzminister sowie Vertreter der Wirtschaft, der Universitäten und des außeruniversitären Bereichs sowie des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT). Dieser ist auch als Strategischer Beirat vorgesehen.
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Koordination der Forschungsfonds geplant
Der DFTI soll die zentrale Planung, Beschaffung, Verwaltung und Zuweisung aller Mittel des Bundes für Forschung und Entwicklung obliegen - das waren im Jahr 2002 Statistik Austria zufolge 1,46 Mrd. Euro.

Die Dachorganisation soll die Aktivitäten der verschiedenen bestehenden Förder- und Vermittlungsinstitutionen wie die beiden Forschungsförderungsfonds FWF und FFF, Technologie Impulse Gesellschaft (TIG), Büro für internationale Technologiekooperation (BIT), Christian Doppler-Gesellschaft, Innovationsagentur, etc. koordinieren.
"Unterschiedliches Mitspracherecht der DFTI"
Die Anbindung dieser Institutionen an die DFTI soll in unterschiedlicher Intensität erfolgen. Im Konzept ist von einem "je nach Institution unterschiedlichem Mitspracherecht der DFTI" die Rede, das "teilweise durch Übernahme der Eigentümerfunktion, teilweise durch personelle Verschränkung auf der Leitungsebene" erfolgen könne.

Dem Papier zufolge bleibe dabei die Eigenständigkeit der beiden großen Fonds FWF und FFF gewahrt.
Finanzierung ist offen
Angedacht ist in dem Konzept auch eine DFTI-Stiftung, die aus ordentlichen Budgetmitteln, außerordentlichen Mitteln wie Erlöse der Nationalbank oder aus Privatisierungen, Eigenmitteln einzelner Förderinstitutionen, etc. gespeist werden könnte.

Damit soll eine mittelfristige Planungssicherheit bei den F&E-Ausgaben erreicht werden. Die Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen sollen unabhängig davon budgetiert werden.
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  zorro45 | 29.01, 14:02
Jetzt schon klar ist
1. An die Töpfe gelangen wieder nur die, die sich es bisher richten konnten (die großen arrivierten Forschungsinstitute, und sicher nicht jüngere und kleinere Unternehmen)
2. Ein Konzept von Techniker versteht Innovation nur als technologische, und sicher nicht auch als soziale Dimension!
Sozialwissenschafter werden da - wie auch im RFT keine Rolle spielen.

Innovation hat jedoch viel mit jung (neue, kreative Ansätze) und mit soziokulturellen Aspekte zu tun.
 
 
  haraldwien | 29.01, 16:14
Schon mal probiert?
Ich kann dem nicht zustimmen. Mein vorletzter Arbeitgeber war eine kleine Firma in Salzburg, die vom FFF ordentlich gefördert wurde. Das Produkt (Software) ist mittlerweile relativ erfolgreich am Markt. Es gab keine besonderen Hürden, ausser dass man eine wirklich gute Idee und ein Geschäftsmodell braucht. (Ich kenne auch Firmen, die abgelehnt wurden)

Mein letzter Arbeitgeber (HW/SW) hat ebenfalls vom FFF profitiert, hatte aber mit 100 Leuten schon fast 10 mal mehr Mitarbeiter.

Mein derzeitiger Chef ist der Staat und der wird natürlich nix kriegen :-)

Wer nicht weiss, dass man für Produkte auch eine Vermarktung und einen Vertrieb braucht, sollte auch nicht gefördert werden. Tagträumer kosten nur Geld. Reine Techniker sollten keine Firma gründen sondern sich an Firmen wie "erfinder.at" (kenne ich aus dem Salzburger Techno-Z) wenden, die einem dann noch weiterhelfen.

Harald
  sensortimecom | 29.01, 11:32
Wozu dient die Dachorganisation?
Sicherlich wäre es dringend erforderlich alle Forschungsfonds unter einen Hut zu bekommen.
a) auf Grund von Synergie-Effekten
b) aus Einsparungsgründen
c) um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden
d) um einen zentralen Zugang zu Informationen zu erlangen, die für Förderungswerber wichtig sind

Leider spielts das hierzulande kaum.
Im Endeffekt wird die Sache so aussehen, dass alles beim Alten bleibt - nur mit dem Unterschied, dass man noch ein Büro und eine "Anlaufstelle" zusätzlich einrichtet, damit man wieder für ein paar neue Günstlinge einige WEITERE gutbezahlte Dauerjobs einrichten kann...

mfg Erich B.
 
 
 
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