Methode zur Generierung selbstorganisierender Prozesse für autonome Mechanismen und Organismen
Österr. Patentanmeldung
Nr. A 767/2000 28 04 2000
US-Patent
Nr.: US6172941
Einreichungsdatum: 16 12 1999
Veröffentlichungs-Nr. Europ. Patentamt: EP01146406A
Zusammenfassung
Die Erfindung beschreibt eine Methode zur Generierung von Auto-Adaption und Selbst-
organisation in autonomen Einheiten, z.B. Mechanismen und Organismen, bei denen eine
Vielzahl von Sensoren angeordnet ist, die in verschiedene Wahrnehmungs-Bereichszonen
unterteilt sind. Die zeitlich/räumlichen Zustandsveränderungen zwischen den Einheiten
und ihrer physikalischen Umgebung produzieren Signalamplituden, wobei die aktuellen
Verstreichzeiten zwischen den Phasendurchgängen proportional zur jeweiligen Relativ-
geschwindigkeit quantisiert, registriert, und fortgesetzt mit früheren Verstreich-
zeiten verglichen werden. Aus entdeckten kovarianten Zeitsequenzen und Zeitmustern
erkennt der Mechanismus oder Organismus seinen eigenen Bewegungsverlauf und kann
mittels kovarianz- geregelten Energieimpulsen dazu verhalten werden, stets jenen
Zustandsveränderungen nachzueifern, für welche die entdeckten kovarianten Zeitsequenzen
und Zeitmuster signifikant sind.
Die Erfindung beschreibt eine Methode zur Generierung selbstorganisierender Prozesse
für Prozesse für autonome Systeme. Sie erstreckt sich sowohl auf den artifiziellen
mechanistischen Bereich als auch auf Systeme molekular/biologischer und anderer Art.
Mittels der beschriebenen Erfindung ist es möglich, externe Ereignisse mit variablem
Bewegungsverlauf aus subjektiver Sicht des Systems in Echtzeit zu identifizieren,
Zustandsveränderungen zu erkennen, Eigenbewegungen nachzuvollziehen und zu optimieren,
sowie redundanzarme Prozesse zur Selbstorganisation herzuleiten.
Robotik-Systeme der üblichen stationären Art stützen sich hauptsächlich auf
deterministische weg-abhängige Regelungs- oder Steuerungsprozesse. Die Regelgrößen
oder Stellwerte zu jeder Position sind zumeist im Programmspeicher eines Computers
enthalten. Durch Anordnung mehrerer Wegbezugsebenen können verschiedene Freiheitsgrade
festgelegt werden. Als Wegaufnehmer dienen Tachogeber, Encoder oder Strichcode-Lineale,
die von optischen Sensoren abgetastet werden und Wegstrecken-Zählimpulse liefern. Der
Antrieb erfolgt zumeist mittels Schrittmotore. Es ist auch bekannt, in wegabhängigen
Programmsteuerungen zusätzliche adaptive Regelungsprozesse vorzusehen, welche auf Daten
basieren, die nach der SHANNON- Quantisierungsmethode (auch "Sampling" genannt) aus
den Amplituden von Sensor- bzw. Messfühler- Signalen gewonnen werden.
Sie dienen zur Korrektur und Modifikation des Ist-Zustandes. Ein fortgesetzter Vergleich
von Soll- und Istwerten ist erforderlich zur Korrektur und Modifikation des Regelungs-
Prozesses. Die errechneten neuen Regel-Parameter werden dann in den Programmspeicher
übernommen. Diese Art von adaptiven Regelungen ist beispielsweise notwendig, um bei
einem Handhabungs-Roboter Abweichungen vom festgelegten Bewegungsverlauf
auszugleichen, der durch unterschiedliche Lastzustände entsteht. Wenn ein Roboter
oder ein roboter-gesteuertes Vehikel in dieser Weise in einen autonomen Status
versetzt werden soll, so ist es aber in den meisten Fällen unmöglich, die genaue
Position (oder Koordinaten) durch Tacho- oder Encoderimpulse zu bestimmen.
Regelgrößen oder Steuerbefehle können daher nicht exakt vom Computer ausgegeben
bzw. im Rechner vorprogrammiert werden. Dies betrifft nicht nur roboter-gesteuerte
Autos, gleitende Vehikel, Hovercrafts oder Flugzeuge aller Art, sondern auch schienen-
gebundene Fahrzeuge, wo die Ableitung von Wegstrecken-Zählimpulsen oftmals
ungenau und nicht reproduzierfähig ist. Verursacht wird dies durch Unebenheiten,
Radschlupf oder Radabnützung. Erkundungs- oder Handhabungsroboter, die etwa zur
Ortung oder Bergung von Gegenständen an schwer zugänglichen oder gefährlichen Stellen
eingesetzt werden, müssen daher manuell oder mit Computer-Unterstützung ferngesteuert
werden. In solchen Fällen sind Daten- oder Bildübertragungssysteme erforderlich, um
auf einem Monitor die Bewegungsvorgänge des Roboters überwachen zu können. Bei vielen
Roboter-Anwendungen ist dies jedoch nicht sinnvoll. Ein roboter-gesteuertes Automobil
sollte beispielsweise imstande sein, ohne menschliche Intervention Objekte in Echtzeit
zu erkennen, Gefahrensituationen auszuweichen und seine Geschwindigkeit an die Umwelt-
Situation anzupassen. In solchen Fällen ist es notwendig, dass der Bordcomputer die
Situation vor Ort erkennen und die auszuführenden Schritte errechnen kann. Somit sollte
das roboter-gesteuerte Vehikel über ein gewisses Maß an Fähigkeit zur Selbstorganisation
verfügen. Dieselben Erfordernisse gelten auch für andere Robotik-Systeme.
Zwar ist es in bezug auf autonome mobile Robotersysteme auch bekannt, das ambiente
Umfeld mittels Sensoren abzutasten und die durch zeitdiskrete Quantisierung (s. Fig. 1)
erhaltenen digitalen Sampling- Daten im Bordcomputer zu analysieren; und es existieren
auch statistische Rechenverfahren und Algorithmen, um die entsprechenden Regelparameter
bereitzustellen. Statistische Methoden zur Abwicklung solcher Regelsysteme wurden
bereits 1949 von Norbert WIENER beschrieben. Nach dem bekannten SHANNON-Theorem hat
hierbei die Abtastung des Umfeldes mit mindestens der zweifachen Frequenz der
Signalamplituden-Bandbreite zu erfolgen. Damit bleibt ihr Informationsbetrag erhalten.
Um die Eigenbewegung erfassen zu können, sind sehr hohe Abtastraten erforderlich.
Diese weit verbreitete Amplituden-Quantisierungsmethode erfordert die Korrelation
erfasster Messdaten zu jeweiligen vom Program Counter fix vorgegebenen Zeitpunkten (Ts).
Demnach kann dies als deterministischer Prozess verstanden werden. Die Praxis hat
jedoch gezeigt, dass selbst bei Verwendung sehr schneller Prozessoren und höchster
Samplingraten keine ausreichende Effizienz erreicht werden kann. Die Zahl redundanter
Daten und Rechenoperationen steigt drastisch an, wenn ein sensorgesteuertes Vehikel auf
neue Hindernisse trifft oder sich mit variabler Geschwindigkeit auf neue Umwelt-
Gegebenheiten adaptieren soll. Tatsächlich lässt Claude Shannons Quantisierungsmethode
keine Erkennung eines analogen Signalamplituden-Verlaufes in Echtzeit zu; insbes. bei
wechselnden physikalischen Zuständen oder variablen Bewegungsverläufen, welche die
Erfassung zusätzlicher Information über die Momentan-Geschwindigkeit erforderlich macht.
Dies gilt grundsätzlich auch bei Verwendung von Laser- oder Ultraschallsensoren, bei
denen Entfernungsdaten digital erfasst und verarbeitet werden. Daher eignet sich diese
Quantisierungsmethode zwar dazu, den Spurverlauf einer Eigenbewegung zu rekonstruieren,
wie dies in Pat. AT 397 869 beschrieben ist, jedoch kaum zur Erkennung der Eigenbewegung
des Roboters oder zu deren auto-adaptiven Reproduzierung.
Manche autonome mobile Robotersysteme arbeiten mit CCD- Kameras und OCR-Software
(Bildanalyse-Verfahren). Sie schließen aus Farbkontrasten und Helligkeitsunterschieden
auf Konturen oder Objekte, die vom Computer als anzusteuernde Ziele oder als Orientierungs-
Merkmale interpretiert werden. Beispiele dafür sind rechnergestützte Leit- und Lenksysteme,
welche die automatische Nachführung von Fahrzeugen durch Mittellinien, Seitenplanken oder
Straßenränder ermöglichen. CCD- Sensoren sind - wenn man ihre Arbeitsweise betrachtet -
Analogspeicher, die nach dem bekannten Eimerkettenprinzip funktionieren. Auf einem MOS-
Siliziumchip befinden sich dichtgepackte Kondensatoren, die durch den fotoelektrischen
Effekt auf ein bestimmtes Potential aufgeladen werden. Jedes Ladungspaket entspricht einem
bestimmten Bildpunkt, genannt "Pixel", wobei die Ladung jedes Pixels Aufschluss über
die Helligkeit an der jeweiligen Stelle des Bildes gibt. Durch Anlegen von Steuerspannungs-
Frequenz werden die Ladungspakete Pixel für Pixel über das CCD verschoben, wo sie am
Output als serielle Videosignale erscheinen. Um sie im Computer zu verarbeiten, müssen sie
in digitale Größen umgewandelt werden. Ihre Verarbeitung erfordert eine hohe Anzahl von
redundanten Daten und Rechenprozessen, weshalb die digitale Erfassung von längeren
Sequenzen elektronische Speicher mit extrem großer Kapazität erfordert. Eine Erkennung
isomorpher Sequenzen in Bewegungsverläufen ist nur mit großem Aufwand und in zeitlicher
Versetzung möglich, weshalb derartige auf CCD- Sensoren basierende Robotiksysteme nur
in sehr beschränkter Weise zur auto-adaptiven Nachvollziehung von Eigenbewegungen
geeignet sind. Bei jeder Wiederholung desselben Bewegungsvorganges an gleicher Strecke
müssen alle Regelparameter mittels Bildanalyse neu berechnet werden. Verändern sich
Umweltbedingungen durch Nebel, Dunkelheit oder Schneefall, sind solche Systeme zumeist
überfordert und nicht einsetzbar.
Pat. AT 400 028 beschreibt ein System zur adaptiven Regelung eines motorgetriebenen
Vehikels, wobei Markierungen oder Signalquellen entlang der Strecke angeordnet sind, um
als Wegweiser zur Einhaltung eines Fahrplanes zu dienen. Auch Positionen, die durch GPS-
Signale ermittelt werden, können dazu dienen. Beim Passieren dieser Quellen misst
das bordseitige sensor-gekoppelte Computersystem die benötigten Zeiten für jeden
zurückgelegten Streckenabschnitt mittels der in Pat. U.S. 4,245.334 beschriebenen Weise
der Zeitquantisierung durch erste und zweite Sensorsignale. Die auf diese Art erworbenen
Daten dienen als Referenzbasis für die Errechnung jener Regelparameter, welche die
Antriebs- und Bremszyklen des Vehikels steuern. Das System arbeitet mit einer geringen
Zahl redundanter Daten, korrigiert sich in auto-adaptiver Weise selbst, und ist imstande,
eine elektronische "Marschtabelle" nachzuvollziehen. Es eignet sich insbes. zur Einhaltung
von Streckenfahrplänen im Schienenverkehr. Allerdings ist es mit diesem System nicht
möglich, ambiente Objekte Umgebungen festzustellen.
Es ist Aufgabe dieser Erfindung, eine umfassende Methode zur Generierung autonomer
selbst-organisierender Robotik-Systeme bereitzustellen, die es ermöglicht, externe Signale,
Objekte, Ereignisse, physikalische Zustände oder Umgebungen aus subjektiver Sicht in
Echtzeit zu identifizieren. Dadurch wird es ermöglicht, die Muster von Eigenbewegungen zu
erkennen und die eigene Verhaltensweise in autoadaptiver Weise zu reproduzieren und zu
optimieren.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, mittels dieser Methode einen autonomen
Trainingsroboter für den Einsatz im Sport bereitzustellen, der imstande ist, einen vom
Benutzer vorgegebenen Bewegungsverlauf zu identifizieren, zu reproduzieren und zu
optimieren; außerdem die ideale Spur und Tempoverteilung selbsttätig zu suchen,
bestimmte Abstände und Zeittabellen einzuhalten, Eigenbewegungs-Verläufe,
Geschwindigkeiten, Rundenzeiten, Teilzeiten und Gesamtzeiten auf einem Monitor
darzustellen; sowie die erfassten Daten optisch oder akustisch auszugeben.
Die gestellten Aufgaben werden bei der erfindungsgemäßen Methode im Allgemeinen
durch Anordnung von Sensoren oder Rezeptoren an dem sich bewegenden System (z.B.
einem autonomen Robotik-System) gelöst, welche die ambienten Signalquellen, deren
Amplituden durch Festlegen einer Anzahl von Schwellwerten unterteilt werden, abtasten.
Dadurch werden Wahrnehmungsbereichszonen geschaffen. Die Verstreichzeiten aller
Phasendurchgänge in allen Zonen werden mittels analoger oder digitaler STQ-Quantisierung
fortgesetzt erfasst, und die Zeitzähltakte in Abhängigkeit von der relativen Momentan-
Geschwindigkeit, die durch die Phasenverschiebung der Signalverläufe benachbarter
gleichartiger Sensoren bestimmt ist, automatisch moduliert. Die gezählten Impulse
korrelieren annähernd mit den zurückgelegten Distanzwerten (dnnn). Bei dieser Methode
ist die Abtastung von Signalamplituden kein deterministischer Prozess; sie erfolgt nicht
zu vorgegebenen Zeitpunkten in bestimmten Zeittakten. Die Erfassung, Verarbeitung und
Analyse der Verstreichzeiten erfolgt weitgehend nach probabilistischen Prinzipien.
Daraus resultiert die physikalisch bedeutsame Tatsache, dass die Parameter zur
Beschreibung der externen Umgebung vom System eigentlich nicht "objektiv gemessen",
sondern als zeitliche Abfolgen quasi "subjektiv empfunden" werden. Das System selbst
fungiert hierbei als "Beobachter" des Prozesses. In der technischen Fachliteratur werden
Verstreichzeiten (im Zusammenhang mit deterministischem Timing) auch als "Signal-
Laufzeiten" oder "Zeitintervalle" bezeichnet. Bei der beschriebenen Erfindung erfolgt
die Quantisierung der sogenannten "STQ-Verstreichzeiten" im Verlauf des Signalerkennungs-
Prozesses durch Starten und Stoppen einer Vielzahl von Zeitmessern an allen Phasen-
Übergängen. Sie ergeben zusammen einen Strom von Zeitdaten. Jede Verstreichzeit zwischen
Phasendurchgängen in der gleichen Wahrnehmungsbereichszone kann ebenso erfasst werden
wie die Verstreichzeiten zwischen den Phasendurchgängen von einem niedrigen zu einem
höheren Schwellwert und umgekehrt.
Man unterscheidet grundsätzlich drei verschiedene Arten von STQ-Quantisierung (bzw.
Verstreichzeitmessung):
STQ(v) = sensitive time quantum - velocity = Tv1,2,3..
ist die Verstreichzeit, festgelegt durch die beim Vorbeibewegen eines ersten
Sensors bzw. Rezeptors S2 und eines gleichgearteten zweiten Sensors bzw. Rezeptors
S entlang einer korrespondierenden externen Signalquelle Q hervorgerufene Signal-
amplitude. Sie wird von der steigenden Flanke beim Phasendurchgang iTv1.1 des
ersten Sensorsignals zur steigenden Flanke beim Phasendurchgang iTw1.1 des zweiten
Sensorsignals, desgl. von iTv2.1 zu iTw2.1, von iTv3.1 zu iTw3.1 usw. gemessen.,
wobei sich die Phasendurchgänge auf die gleichen Schwellwertpotentiale P1,2,3...
beziehen. STQ(v)- Zeiten können auch von fallenden Flanken gemessen werden. Sie
dienen als Parameter für die momentane Relativgeschwindigkeit (vm) des sich
bewegenden Systems.
STQ(i) = sensitive time quantum - interarrival = Tw1,2,3..
ist die Verstreichzeit, festgelegt durch die von einem Sensor (bzw. Rezeptor) S1
im Feld einer korrespondierenden externen Signalquelle Q und/oder durch die beim
Vorbeibewegen eines Sensors bzw. Rezeptors S entlang mehrerer gleichartiger
externer Signalquellen Q1,2,3...hervorgerufene Signalamplitude. Die Verstreichzeit
wird gemessen von der steigenden Flanke beim Phasendurchgang iTw1.1 des steigenden
Sensorsignals zur fallenden Flanke beim Phasendurchgang iTw1.2 des fallenden
Sensorsignals, desgl. von iTw2.1 zu iTw2.2, von iTw3.1 zu iTw3.2 usw., sowie von
der fallenden Flanke beim Phasendurchgang iTw1.2 weiter zur nächsten steigenden
Flanke beim Phasendurchgang iTw1.3, desgl. von iTw2.2 zu iTw2.3, von iTw3.2 zu
iTw3.3 usw., wobei sich die Phasendurchgänge auf die gleichen Schwellwert-
potentiale P1,2,3....beziehen.
Wird die Zeitzählfrequenz für die Messung der STQ(i)- Verstreichzeiten Tw(1,2,3...)
proportional zur momentanen Relativgeschwindigkeit vm (welche mittels STQ(v)-
Parameter erfasst ist) erhöht oder verringert, so haben die gezählten Impulse
korrelativen Bezug zur Strecke, die das sensor-gekoppelte System zurückgelegt.
Es ist klar ersichtlich, dass die solchermaßen adaptierten Verstreichzeiten nicht
ident mit realen physischen Zeiten sind, die von üblichen Zeitmessern für jene
relative Strecke gemessen würden.
Besteht jedoch absolute physikalische Invarianz zwischen dem sich bewegenden
System und seiner Umgebung (z. B. Synchronität), so kann kein STQ-Parameter
erfasst werden.
STQ(d) = sensitive time quantities - differential = Td1,2,3..
ist die Verstreichzeit, festgelegt durch die von einem Sensor (bzw. Rezeptor) S1
im Bereich einer korrespondierenden externen Signalquelle Q1,2,3.. hervorgerufene
Signalamplitude, gemessen von der steigenden Flanke beim Phasendurchgang iTw1 des
steigenden Sensor-Signalverlaufes zur steigenden Flanke beim nächsthöheren Phasen-
Durchgang iTw2, von iTw2 zu iTw3, von iTw3 zu iTw4 usw., sowie in umgekehrter
Folge beim fallenden Signalverlauf, wobei sich die Phasendurchgänge auf die
gleichen Schwellwertpotentiale P1,2,3..beziehen. STQ(d)-Daten stellen Differential-
Parameter für die Flankensteilheit von Signalamplituden dar und somit für deren
Frequenz, außerdem dienen sie der Plausibilitätsprüfung und Verifizierung von
anderen korrespondierenden STQ- Verstreichzeitdaten. Die Relativbewegung zwischen
Sensor und Signalquelle wird bei dieser Messung nicht berücksichtigt.
Besteht keine Relativbewegung zwischen Sensoren und Quellen (jedoch Varianz von
Feldern) so werden Zustandsveränderungen eines Feldes aus STQ(i)- und STQ(d)-
Verstreichzeiten erfaßt und identifiziert. Wenn aber absolute physikalische
Invarianz gegeben ist, können keine STQ- Quanten erfasst werden, und Erkennung
ist ausgeschlossen. STQ(v)- Daten werden vorwiegend dazu benötigt, um die
räumliche Umgebung unter relativer Bewegung erkennen und/oder aus identifizierten
Bewegungsprozessen die eigene Bewegung (oder Teile dieser Bewegung) erkennen
sowie in auto-adaptiver Weise nachvollziehen zu können.
Bei einer im mechanistischen Bereich angewandten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Methode werden die genannten Wahrnehmungsbereichszonen üblicherweise durch eine Anzahl
elektronischer Schwellwertdetektoren mit unterschiedlich eingestellten Empfindlichkeitspegel
gebildet, und die STQ(i)- und STQ(d)- Verstreichzeitdaten werden mittels programmierbarer
digitaler Timer erfasst. Der Verstreichzeit- Registrierungsprozess wird an einem iT-
Phasendurchgang sowohl gestartet als auch gestoppt. Dann wird die Zeitdate in einem
Memory gespeichert. Ferner können besagte STQ(v)- Verstreichzeiten mittels elektronischer
Integratoren erfasst werden, wobei die Aufladezeiten der Kondensatoren jene Spannungs-
Potentiale bestimmen, welche als analoge STQ(v)-Werte an Spannungs/ Frequenz- Konverter
anzulegen sind, um an deren Outputs die digitalen Zeittaktfrequenzen zur adaptiven Messung
der STQ(i)- und STQ(d)- Verstreichzeiten so zu modulieren, dass sie eine Funktion der
Relativgeschwindigkeit vm bilden.
In einer weiteren, nicht-mechanistischen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass sowohl die genannten Wahrnehmungsbereichszonen bzw. Schwellwertdetektoren sowie
die beschriebenen STQ-Zeitquantisierungsprozesse nicht auf dieselbe Weise wie analog/
digitale Schaltkreise, sondern auf ähnliche Art wie molekular/biologisch/chemische Strukturen
gebildet sind.
In einer weiteren, allgemeinen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die
aktuell erfassten und gespeicherten STQ- Verstreichzeitdaten fortgesetzt mittels Echtzeit-
Analyse mit früher erfassten und gespeicherten Zeitstrommustern verglichen werden, um
dadurch externe Ereignisse oder physikalische Zustandsveränderungen mit einem Minimum
an Redundanz identifizieren bzw. in Echtzeit erkennen zu können.
In einer weiteren allgemeinen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß mit
Sensoren und Einrichtungen zur o.g. Zeitstrommuster-Erkennung versehene, sich autonom
bewegende Systeme, über Antriebs-, Lenkungs- und Bremsmechanismen verfügen, wobei die
Regelung dieser Mechanismen derart erfolgt, daß das autonom bewegte System (insbes.
ein Robotersystem) zuvor erkannte STQ- Zeitstrommuster in auto-adaptiver Weise zu
reproduzieren vermag. Bei Wiederholung der Bewegung löscht eine Prozessoreinheit instabile
oder ungenügend koordinierte Tempoverteilungsmuster aus dem Speicher und weist nur jene
Zeitstrommuster als Instruktion zu, welche die Reproduzierung der Bewegung entlang
gleicher Strecke in optimaler koordinierter Weise gewährleistet.
Außerdem ist vorgesehen, die Zeitmessfrequenz für die genannte STQ(v)-Verstreichzeit-
Messung in zeitlichem Maßstab proportional zu erhöhen oder zu vermindern, wodurch die
Tempoverteilung in allen Bewegungen in selbem Maßstab proportioniert wird.
Um die Messungen der besagten STQ-Verstreichzeitdaten gegebenenfalls zu korrigieren,
und um die Erkennung identer Zeitstrommuster oder die Reproduzierung von Bewegungs-
vorgängen zu verbessern, ist außerdem vorgesehen, die durch Schwellwertdetektoren
gebildeten Wahrnehmungsbereichszonen automatisch nachzustellen bzw. zu fokussieren,
falls es häufige Abweichungen erfordern. (Dies ist Gegenstand einer weiteren Patent-
anmeldung).
Kurzbeschreibungen der Zeichnungen: Fig. 1 zeigt ein Diagramm von SHANNON's deterministischer Methode der zeitdiskreten Quantisierung von Signalamplitudenverläufen. Fig. 2a - c zeigen graphische Diagramme der Quantisierung von Signalamplituden-Verläufen mittels Erfassung von STQ(v)-, STQ(i)- und STQ(d)- Verstreichzeiten nach der erfindungsgemäßen nicht-deterministischen Methode. Fig. 3a - c veranschaulichen diese nicht-deterministische Methode in Verbindung mit serieller Übertragung erfasster STQ(d)-Verstreichzeiten sowie mit Zeitzählfrequenz- Modulation der gleichfalls erfassten Parameter der momentanen Relativgeschwindigkeit (vm). Fig. 3d - g zeigen im Zusammenhang mit der beschriebenen Erfindung eine Methode des Vergleiches gegenwärtig erfasster STQ-Verstreichzeitsequenzen mit früheren erfassten und gespeicherten STQ- Verstreichzeitsequenzen, um Isomorphismus bestimmter Zeitstrommuster festzustellen. Fig. 4a zeigt eine molekular/biologische Methode der Quantisierung von STQ-Verstreichzeiten mittels sogenannter "Aktionspotentiale", die an Membranen von Rezeptor-Zellen produziert werden. Fig. 4b zeigt von einem Neuron (Rezeptorzelle) ausgehende, in vm-abhängiger Weise entlang der neuronalen Membran zur Synapse fortgeleitete Aktionspotentiale, wo die Kovarianz von STQ- Sequenzen analysiert wird. Fig. 4c zeigt eine Anzahl vm- abhängiger Aktionspotentiale, die von einer Gruppe entsprechender Rezeptorzellen entlang kollateraler Nervenfasern zu Synapsen fortgeleitet werden, wobei die zeitliche und räumliche Bahnung der AP's zusammen mit der Kovarianz dieser STQ- Sequenzen analysiert wird, um eine komplexe Wahrnehmung zu erkennen. Fig. 4d zeigt ein postsynaptisches Neuron, das Potentiale mit hemmenden Eigenschaften produziert. Fig. 4e und Fig. 4f zeigen die prinzipielle Funktionsweise der synaptischen Übertragung von molekular/biologisch erfasster STQ- Information an andere Neuronen oder neuronale Verzweigungen. Fig. 5 zeigt eine Konfiguration, bei der die beschriebene erfindungsgemäßen Methode zur Generierung autonomer selbstorganisierender Mechanismen dient, und wobei die STQ- Verstreichzeiten auf elektronische Weise erfasst werden. Fig. 6a zeigt die Konfiguration einer einfachen Anwendungsform der erfindungsgemäßen Methode, in der die in Fig. 2a, 2b, 2c beschriebenen STQ(v), STQ(i), STQ(d)- Zeitdaten zur Erkennung bestimmter räumlicher Profile, Gebilde oder Strukturen angewandt werden, wobei sich das System mit beliebiger Geschwindigkeit fortbewegt. Fig. 6b - e zeigen verschiedene Diagramme und Tabellen im Zusammenhang mit der Anwendungsform in Fig. 6a, wobei die sensitive Abtastung und Erkennung eines bestimmten Profils wahlweise mit konstanter oder variabler Bewegungsgeschwindigkeit erfolgen kann. Fig. 7a - d zeigen verschiedene Sensor-Anordnungsformen und Sensor-Strukturen zur sensitiven Quantisierung von STQ(v)-Verstreichzeiten, welche zur Erfassung der Relativ- Geschwindigkeitsparameter dienen. Fig. 8a - f zeigt die Konfiguration sowie die Funktionsprinzipien einer weiteren Anwendungsform der erfindungsgemäßen Methode, bei der die Quantisierung von STQ- Zeitdaten (siehe Fig. 2a - 2c) zur Schaffung eines autonomen auto-adaptiven und selbstorganisierendenTrainingsroboters für den Einsatz im Sport dient. Dieser Roboter ist imstande, einen vom Benutzer vorgegebenen Bewegungsvorgang zu reproduzieren und optimieren. Er ist ebenso imstande, die ideale Spur und Tempoverteilung selbsttätig zu bestimmen, Abstände und Zeiten einzuhalten, Gefahrenszenarien zu erkennen und davor zu warnen, die Eigenbewegung sowie Geschwindigkeiten, Rundenzeiten, Teilzeiten, Gesamtzeiten und andere relevante Daten auf einem Monitor dazustellen. Zusätzlich ist der Trainingsroboter imstande, solche erfasste Daten in optischer oder akustischer Weise auszugeben. Fig. 9 zeigt in einer schematischen Darstellung die Produzierung von Zeitdatenströmen durch Signalamplitudenquerung bestimmter sensorischer Wahrnehmungsbereiche oder Empfindlichkeits-Zonen (bzw. Schwellwertpegel) in autonomen auto-adaptiven und selbstorganisierenden Strukturen, Organismen oder mechanistischen Robotiksystemen, wobei eine Vielzahl verschiedener Arten von Sensoren oder Rezeptoren vorhanden sein kann. Detaillierte Beschreibung: Fig. 1 zeigt ein Diagramm von SHANNON's deterministischer Methode der zeitdiskreten von Signalamplituden-Verläufen, welche mittels Analog/Digital-Wandler digitalisiert werden. Im allgemeinen technischen Sprachgebrauch wird diese Methode auch "Sampling" genannt. Diese deterministische Methode ist dadurch gekennzeichnet, dass erfasste Daten (a1, a2...an) mit bestimmten Zeitpunkten (T1, T2, T3,...Tn) korrelieren, die vom Program Counter eines Prozessors vorgegeben werden. In der gegenwärtigen Robotik-Praxis verlangt diese Methode sehr schnelle Prozessoren, hohe Samplingraten und eine hohe Anzahl redundanter Daten und Rechenoperationen bei deren Auswertung. Will man auf diese Weise Daten von Signalamplituden externer Quellen zum Zweck der Information über die räumliche Umgebung eines Systems, auf welchem ein sensor- gekoppelter Prozessor installiert ist, erwerben, so lässt SHANNON's Methode keine ausreichende Gewinnung von Daten über die momentane Relativgeschwindigkeit und die zeitlich/räumliche Zuordnung zu, die zum Zweck der Optimierung der Koordinierung der relativen Eigenbewegung notwendig wären. Eine Erkennung der eigenen Bewegung in Echtzeit ist daher nicht möglich. Aus diesem Grund ist diese Methode zur Generierung hocheffizienter autonomer Robotiksysteme zu schwach. FIG. 1- 2a Fig. 2a, Fig. 2b und Fig. 2c zeigen in drei verschiedene Graphen die sensorische Quantisie- rung von Signalamplitudenverläufen mittels der hierin beschriebenen erfindungsgemäßen Methode. Im Gegensatz zur in Fig. 1 gezeigten Quantisierungsmethode werden hierbei keiner- lei "vertikalen Segmente" von Amplitudenverläufen abgetastet; sondern ausschließlich Ver- streichzeiten gemessen, und zwar auf drei verschiedene, sich ergänzende Arten. Wie ersichtlich, müssen dazu eine gewisse Anzahl von Schwellwerten 1 (P1, P2...Pn) festgelegt werden, um sensorische Wahrnehmungsbereichzonen zu bilden. Jede Verweildauer und jedes Zeitintervall innerhalb der genannten Zonen wird ebenso erfasst wie die Verstreichzeit zwischen den Durch- gängen von einem niederen zu einem höheren Schwellwert und umgekehrt. Fig. 2a zeigt die erste dieser drei verschiedenen Arten sensorischer Zeitquantisierung. Sie wird als STQ(v)- Verstreichzeitmessung (sensitive time quantum - velocity) bezeichnet und liefert ein Maß für die momentane Relativgeschwindigkeit vm. Man kann sie auch als Pausendauer zwischen zwei Phasendurchgängen zweier paralleler Signalverläufe an gleichen Schwellwertpotentialen verstehen. Nicht ganz korrekt ist dafür die übliche Bezeichnung "Phasenverschiebung". Im Graph sind die gemessenen STQ(v)-Verstreichzeiten mit Tv(n) bezeichnet. Die Phasendurchgänge an dem vom Sensor (bzw. vom Receptor) beim Vorbeibewegen an der entsprechenden externen Signalquelle 4 produzierten Amplituden- Verlauf V sind mit iTv(n.m), die Phasendurchgänge an dem vom Sensor (bzw. Rezeptor beim Vorbeibewegen an der gleichen Signalquelle erhaltenen Amplitudenverlauf W mit iTw(n.m) zeichnet. Unter der idealen Voraussetzung, dass der räumliche Abstand (b) zwischen den beiden Sensoren 3, 4 im Vergleich zum Abstand c zwischen Signalquelle und Sensoren minimal ist, dass c beim Vorbeibewegen konstant bleibt, und dass beide Sensoren (bzw. Rezeptoren) identische Eigenschaften aufweisen und ein Analogsignal liefern, so werden an den Outputs der erwähnten Sensoren (bzw. der Sensor-Operationsverstärker) zwei Signal- Amplitudenverläufe V und W produziert, die annähernd konruent sind. (Abweichungen von der Ideal-Konstellation können durch autonome Adaption des Sensorsystems in fortschreitend verbesserter Weise kompensiert werden; dies wird später beschrieben). Bewegt sich Sensor 2 in der bezeichneten Richtung entlang der Signalquelle so durchbricht die Signalamplitude V zunächst das definierte Schwellwertpotential P1 bei Phasendurchgang iTv(1.1). Die ansteigende Signalflanke startet einen ersten Zeitmesser zur Erfassung der ersten STQ(v)- Verstreichzeit Tv(1). Die weiter ansteigende Signalamplitude V durchbricht sodann die Schwellwertpotentiale P2, P3 und P4, wobei bei jedem Phasendurchgang weitere Zeitmesser zur Erfassung weiterer Verstreichzeiten Tv(2), Tv(3) und Tv(4) gestartet werden. Inzwischen hat sich Sensor 3 der Signalquelle 4 genähert und liefert den Signalamplituden- verlauf W. Durchbricht W bei Phasendurchgang iTw(1.1) das Schwellwertpotential P1, so stoppt die steigende Flanke den Zeitmesser zur Erfassung der ersten STQ(v)-Verstreichzeit Tv(1) und speichert sie. Derselbe Vorgang wiederholt sich für die Verstreichzeiten Tv(2), Tv(3) und Tv(4) beim Durchbrechen der nächsthöheren Schwellwertpotentiale P2, P3 und P4. Beginnt die Signalamplitude V zu fallen, so durchbricht sie zunächst den Schwellwert P4 an der oberen Schulter des Amplitudenverlaufes nach unten. Nun startet die fallende Flanke einen Zeitmesser zur Erfassung der nächsten Verstreichzeit Tv(5). Bei den weiteren Phasen- durchgängen iTv(3.2) und iTv(2.2), bei dem die Schwellwerte P3 und P2 nach unten durch- brochen werden, werden ebenfalls wieder Zeitmesser durch die fallende Flanke gestartet, um die Verstreichzeiten Tv(6) und Tv(7) zu messen. Steigt der Verlauf der Signalamplitude V wieder an, so erfolgt die Erfassung der STQ(v)-Parameter wieder durch die steigende Flanke. Dasselbe gilt für das Stoppen der besagten Verstreichzeitmesser bei den Phasen- Durchgängen der parallel zu V verlaufenden Signalamplitude W. Fig. 2b zeigt eine weitere Art sensorischer STQ- Zeitquantisierung. Sie wird als STQ(i)- Verstreichzeitmessung (sensitive time quantum - interarrival) bezeichnet. Vereinfacht, bedeutet sie die benötigte Zeit Tw für die Zurücklegung einer relativen Strecke. Man kann sie auch als Verweildauer eines Signalverlaufes zwischen den Phasendurchgängen an gleichen Schwellwertpotentialen verstehen. Wird die Zeitzählfrequenz für ihre Messung proportional zu Relativgeschwindigkeits-Parameter Tv (bzw. zu STQ(v)- Verstreichzeiten) beschleunigt oder vermindert, so korrelieren die gezählten und gespeicherten modulierten Impulse mit der relativen Strecke. Besteht absolute Invarianz zwischen dem Sensor und den Signalquellen (auch "Synchronität" genannt), so kann kein STQ(i)-Parameter erfasst werden; ändert sich jedoch die Signalintensität, so können STQ(i)-Verstreichzeiten auch dann erhalten werden, wenn keine Relativbewegung stattfindet. Während einer Bewegung sind sie also nicht nur zur Erfassung von variablen Signalen erforderlich, sondern auch zum Abtasten der räumlichen Umgebungen. Im Graph (Fig. 2b) sind die gemessenen STQ(i)-Verstreichzeiten mit Tw(n) bezeichnet. Die Phasendurchgänge, welche vom Amplitudenverlauf W produziert werden, wenn sich Sensor (bzw. Rezeptor) 5 entlang den entsprechenden benachbarten Signalquel- len 6 und 7 vorbeibewegt, sind mit iTw(n.n) bezeichnet. Sobald sich Sensor (bzw. Rezeptor) 5 in der bezeichneten Richtung entlang der Signalquelle 6 bewegt, durchbricht die Signal- Amplitude W zunächst das Schwellwertpotential P1 bei Phasendurchgang iTw(1.1). Die steigende Signalflanke startet einen ersten Zeitmesser zur Erfassung der ersten STQ(i)- Verstreichzeit Tw(1). Danach durchbricht die weiter ansteigende Signalamplitude W die vorgegebenen Schwellwertpotentiale P2, P3 und P4, wobei bei jedem Phasendurchgang Zeitmesser gestartet werden, um weitere Verstreichzeiten Tw(2), Tw(3), Tw(4).... zu erfassen. Inzwischen beginnt sich Sensor 5 aus dem Bereich der Signalquelle 6 zu entfernen. Die fallende Signalamplitude W durchbricht zunächst das Schwellwertpotential P4, worauf beim Phasendurchgang iTw(4.2) nun die fallende Flanke jenen Zeitmesser stoppt, der zur Erfassung der STQ(i)-Verstreichzeit Tw(4) gestartet worden war. Gleichzeitig startet dieselbe fallende Flanke einen weiteren Zeitmesser, der die Verstreichzeit Tw(5) bis zum Eintreffen der nächsten ansteigenden Flanke misst. Jedoch erscheint diese steigende Flanke erst beim Vorbeibewegen des Sensors 5 an der entsprechenden Signalquelle 7. Vorher fällt die Signal- Amplitude W aber bis unter die Schwellwerte P3 und P2, bei deren Phasendurchgang iTw(3.2) und iTw(2.2) die Zeitmesser zur Erfassung der STQ(i)- Verstreichzeiten Tw(3.2) und Tw(2.2) gestoppt werden. Gleichzeitig werden weitere Zeitmesser zur Erfassung der Verstreichzeiten Tw(6) und Tw(7) gestartet. Sie stoppen wiederum zu den Phasendurchgängen iT(2.3), iTw(3.3), iTw(4.3) und iTw(5.1), wenn die Signalamplitude wieder fällt (jedoch nicht vor dem Vorbeibewegen des Sensors an Signalquelle 7). Nach diesen Phasendurchgängen starten neue Zeitmesser zur Erfassung der nächsten Verstreichzeiten Tw(8), Tw(9), Tw(10), Tw(11), usw. FIG. 2b- 2c Fig. 2c zeigt eine dritte Art der sensorischen Zeitquantisierung, die sich von den in Fig. 2 und Fig. 2b gezeigten Methoden total unterscheidet. Sie wird als STQ(d)- Verstreichzeit- Messung (sensitive time-quantum - differential) bezeichnet. Man kann sie auch als Verweil- Dauer Td, gemessen zwischen einem ersten Phasendurchgang bei einem ersten bestimmten Schwellwertpotential und einem zweiten Phasendurchgang bei einem zweiten bestimmten Schwellwertpotential verstehen, das um eine Stufe höher oder niedriger als das Erstere ist. STQ(d)- Verstreichzeiten sind Parameter für die Flankensteilheit von Signalamplituden, und somit auch für deren Frequenz. Mittels schnellem Vergleich von STQ(d)-Verstreichzeiten können Signalverläufe in Echtzeit erkannt werden. Sie sind daher zur Schaffung intelligenter Verhaltensweisen ebenso unerläßlich wie STQ(v) oder STQ(i)-Quanten. Die Quantisierung von STQ(d)- Zeitdaten ist unter allen physikalischen Zuständen und beliebigen Relativ- Bewegungen zwischen Sensor und externen Quellen möglich, in welchen STQ(v)- und STQ(i)- Verstreichzeiten ebenfalls quantisierbar sind. Werden die STQ(d)-Verstreichzeiten kumulativ und in Serie erfaßt, so können sie zur Verifizierung und Plausibilitätsprüfung von (gleichfalls erfassten) STQ(i)-Verstreichzeiten dienen. Im Graph (Fig. 2c) sind die gemessenen STQ(d)- Verstreichzeiten mit Td(n) bezeichnet. Die Phasendurchgänge, welche vom Amplitudenverlauf W produziert werden, wenn sich Sensor (bzw. Rezeptor) 8 im Bereich der Signalquelle 9 befindet, mit iTw(n.n) bezeichnet. Bewegt sich Sensor 8 in der gezeigten Richtung entlang der Signalquelle 9, so durchbricht die Signalamplitude W zunächst das definierte Schwellwert- Potential P1 bei Phasendurchgang iTw(1.1). (Dies geschieht bei aktivem bzw. variablem Signalquellenfeld selbstverständlich auch dann, wenn Sensor und korrespondierende Signal- quelle in invarianter Position zueinander sind). Die steigende Signalflanke startet einen ersten Zeitmesser zur Erfassung der ersten STQ(d)- Zeitdate. Wenn der weiter ansteigende Amplitudenverlauf W das nächsthöhere Schwellwertpotential P2 beim Phasendurchgang iTw(2.1) durchbricht, so wird dieser Zeitmesser gestoppt und die gemessene STQ(d)- Verstreichzeit Td(1) gespeichert. Gleichzeitig startet der nächste Zeitmesser zur Erfassung und Speicherung der Verstreichzeit bis zum nächsten Phasendurchgang bei iTw(3.1), wo er gestoppt wird; dann wird der nächste Timer aktiviert bis zu iTw(4.1), wo er ebenfalls gestoppt wird usw. Beim Phasendurchgang iTw(4.1) durch Schwellwertpotential P4 wird der nächste Zeitmesser gestartet. Da aber das Signal kein nächsthöheres Schwellwertpotential mehr erreicht bevor es wieder gegen P4 absinkt, kann mit letzterem Zeitmesser keine STQ(d)- Verstreichzeit erfasst werden. Nur die Quantisierung von STQ(i)-Verstreichzeiten, wie in Fig. 2b beschrieben, kann in dieser Situation stattfinden. Die nächste STQ(d)- Verstreichzeit Td(4) wird erst dann erfasst, wenn die Signalamplitude bei iTw(4.2) unter den Schwellwert P4 geht, wonach ein weiterer Timer startet, der beim Phasendurchgang durch den um eine Stufe niedrigeren Schwellwert P3 gestoppt wird. Gleichzeitig wird der nächste Zeitmesser gestartet usw. In mechanistischen Anwendungen, wo die Analyse von Signalamplituden die Quantisierung von STQ(d)-Verstreichzeiten erfordert, werden STQ(d)- Daten oftmals in Kombination mit STQ(i)-Daten aquiriert. Besteht die Intention der Anwendung dieser Quantisierungsmethode darin, einem Roboter die Erkennung seiner Eigenbewegung aus subjektiver Sicht zu ermög- lichen (durch Aufspüren und Abtasten der räumlichen Umgebung beim Bewegen entlang externer Signalquellen), so werden überwiegend STQ(v)- und STQ(i)-Daten erfasst. Geht jedoch der Schwerpunkt in Richtung Erkennung instabiler optischer oder akustischer Quellen, wie etwa Bilder, Musik oder Gespräche usw., so nimmt der Anteil von STQ(d)-Verstreichzeiten zu, während der Anteil von STQ(v)-Parameter abnimmt. Findet keinerlei relative Bewegung statt, so können auch keinerlei Geschwindigkeitsparameter von irgendwelchen Sensoren abgeleitet werden; nur die Quantisierung von STQ(d)- und STQ(i)-Verstreichzeiten ist möglich. Fig. 3a - c zeigen einen wichtigen Aspekt der Gestaltung der beschriebenen Methode im Zusammenhang mit serieller Übertragung von erfaßten STQ(d)-Verstreichzeiten sowie in Verbindung mit Zeitzählfrequenzmodulation in Relation zu simultan erfassten STQ(v)- Parametern, die für die momentane Relativgeschwindigkeit (vm) stehen. Diese Gestaltungs- form der Methode eignet sich allerdings nur dort, wo überwiegend STQ(d)-Verstreichzeiten gemessen werden; zusammen mit solchen STQ(i)-Verstreichzeiten (siehe auch Beschreibung zu Fig. 2c), welche bei den Phasendurchgängen des erreichten maximalen Schwellwerts nahe des Maximums der Amplitude, oder des erreichten minimalen Schwellwerts nahe des Minimums der Amplitude, produziert werden. In diesem Fall können alle gemessenen Verstreichzeiten als serielle Sequenzen dargeboten werden. Werden hingegen zu jedem Schwellwertpotential STQ(d)- und bzw. nur STQ(i)-Verstreichzeiten erfasst (siehe Beschreibung zu Fig. 5), so fallen diese Daten parallel an und müssen auch parallel verarbeitet werden.
FIG. 3a- 3g Fig. 3a zeigt, wie eine einfache serielle Impulsfolge zum schnellen Datentransfer der erfassten STQ(d)- Verstreichzeiten ausreicht, wenn die Schwellwertpotentiale P1, P2, P3..., welche jene Phasendurchgänge 1.1, 2.1, 3.1...bestimmen, von denen die STQ-Verstreich- zeiten abgeleitet werden, entweder durch Codes oder durch bestimmte charakteristischen Frequenzen "markiert" sind. Im gezeigten Fall sind diese "Marker" Impulsfolgen mit Perioden t(P1), t(P2), t(P3) ...und Frequenzen f(P1), f(P2), f(P3).... Ihre Modulation erfolgt in Abhängigkeit von den entsprechenden Schwellwertpotentialen. Diese Identifikations- Impulsfolgen (IP) dienen der Identifizierung der bestimmten Schwellwerte P1, P2, P3...(bzw. der Wahrnehmungsbereichszonen 1, 2, 3...). Erst die zusammen mit diesen Identifikations- Impulsen (IP) operierenden invarianten Zeitzählimpulsen (ITPC) mit der Periode tscan (Fig.3b) oder variablen Zeitzählimpulsen (VTPC) mit der Periode t.vscan (s. Fig. 3b, 3c) bewirken die eigentliche Erfassung von STQ(d)-Verstreichzeiten Td(1), Td(2), Td(3), Td(4)... (oder bzw. der STQ(i)- Verstreichzeiten Tw(1), Tw(2), Tw(3), Tw(4)..., welche nahe der Amplituden- Maxima und -Minima auftreten) nach dem bereits beschriebenen Beispiel. Variable VTCP- Impulsfolgen mit der Periode t.vscan, welche automatisch in Relation zu den erfassten STQ(v)-Verstreichzeiten (d.h. zur augenblicklichen Momentangeschwindigkeit vm) moduliert sind, werden dazu verwendet, um von externen Quellen erhaltene Signalamplituden in geschwindigkeits-proportionaler Weise abzutasten. Dies reduziert die Redundanz der Rechen- prozesse erheblich (s. auch Fig. 3c). Die solchermaßen durch VTCP-Impulse vm-adaptiv erfassten STQ(d)-Verstreichzeiten werden mit Td(1,2,3,....), die in derselben Weise erfassten STQ(i)-Verstreichzeiten mit Tw(1,2,3...) bezeichnet. Fig. 3b zeigt die Messung von STQ(d)-Verstreichzeiten mit invarianten ITPC-Impulse mit der Periode tscan und mit einer konstanten Frequenz fscan. Dies ist der Fall, solange keine STQ(v)- Parameter erhalten werden, d. h. wenn keine Relativbewegung zwischen Sensor und Signalquelle auftritt und daher auch keine Relativgeschwindigkeit (vm) gemessen werden kann. Fig. 3c zeigt die Messung der Verstreichzeiten mit modulierten VTCP-Impulsen. Diese Zeitzählimpulse sind abhängig von der momentanen Relativgeschwindigkeit vm (bzw. vom erfassten STQ(v)- Parameter), und zwar in einer Weise, dass ihre Periode (t.v)scan und Frequenz ƒscan proportional zu vm ist. Wenn vm sehr klein ist oder gegen Null geht, so sinkt die Zählfrequenz ƒscan gleichfalls ab bis zur Minimalfrequenz fscan (wie in Fig. 3b). Wie in Fig. 2a gezeigt, wird jeder STQ(v)- Geschwindigkeitsparameter mittels eines zweiten adäquaten "vorauseilenden" Sensors (bzw. Rezeptors)erfasst. Somit ist vm schon vor der eigentlichen STQ(d)- und/oder STQ(i)- Verstreichzeitmessung festgehalten. Es ist daher möglich, ƒscan zur Messung der Td(1,2...n)-Zeitdaten entsprechend den erfassten STQ(v)- Parametern zu modulieren, um so die Zahl von t.v- Kalkulationen zu reduzieren sowie erforderlichen Speicherplatz zu minimieren. Daraus resultiert ein weitgehend redundanzfreier Analyseprozeß. Obwohl die mit dieser Methode gezählten Zeitimpulse annähernd kovariant mit der relativ zurückgelegten Strecke (d) sind, stellen sie dennoch nachweislich modifizierte Zeitdaten dar und nicht Distanzmaße. Wie auch die Entstehung dieser Daten, so erfolgt auch die weitere Verarbeitung und Analyse solcher modifizierter STQ-Verstreichzeiten nach probabilistischen Prinzipien. Die besagten Zeitdaten werden quasi "subjektiv empfunden". In mechanistischen Systemen geschieht die annähernd weg-proportionale Modulation der Zeit- zählfrequenzen überwiegend mittels programmierbare Oszillatoren und Timer, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist. Hingegen wird dieser adaptive Prozess (ein Teil der sogenannten "autonomen Adaption") in komplex strukturierten biologisch/ chemischen Organismen oft durch proportionale Änderung der Fortleitungsgeschwindigkeit von Zeitmessimpulsen in neuronalen Fasern erzielt, wie dies in Fig. 4a, 4b, 4c und 4d gezeigt wird. Autonome Adaption und adaptive Zeitbasisänderungs-Prozesse der beschriebenen Art können aber auch anders gestaltet sein. Sie können auf molekularer, atomarer und subatomarer Ebene existieren. Der Patentanmelder bezeichnet dieses Prinzip als "zeitliche Auto-Adaption. Fig. 3d - f zeigen die konzeptionelle Basis für den Vergleich von aktuell erfasster STQ-Zeitdatensequenzen mit früher registrierten STQ- Zeitdatensequenzen, sowie ihre Analyse auf statistischer Grundlage. Die vm-modulierten, in Fig. 3d gezeigten Zeitdaten Td(n...) mit der Reihe 32-30-22-23-20 (cs= Zählzyklen) werden Date für Date mit früher registrierten, gleichfalls in vm-modulierter Weise erfassten Td'-Zeitdaten der Reihe 30-29- 22-24-19 verglichen. Der Vergleichsprozeß ist genau genommen eine Kovarianzanalyse. Wenn die Regressionskurven beider Zeitdatenreihen konvergieren, so besteht Kovarianz. In mechanistischen Systemen kommen zu diesem Zweck Koinzidenz-Meßsysteme, Komparator- Schaltkreise, Software für statistische Analysen oder auch "Fuzzy-Logic" zum Einsatz. Die Wahrscheinlichkeitsdichte-Parameter werden summiert, und sobald der Gesamtwert innerhalb einer bestimmten Periode eine vorgegebene Schwelle 10 übersteigt, wird ein Signal 11 produziert, welches anzeigt, dass die Sequenz "erkannt" worden ist. Dieses Signal dient vorwiegend zur adaptiven Regelung der Aktuatoren in mechanistischen Systemen (bzw. zur Motorik in Organismen). Weiters zeigt das Signal an, dass "autonome Adaption" an die registrierten Zeitdatenmuster stattgefunden hat. Was das motorische Verhalten irgendeines mechanistischen oder biologischen Mechanismus betrifft, so ist es klar, dass die Erkennung von Signalfolgen Hand in Hand mit automatischer Anpassung bzw. autonomer Adaption geht. Dieses Prinzip sei hiermit als "motorische Auto-Adaption" oder "Auto- Emulation" bezeichnet. Fig. 3g zeigt diesen Autoadaptions-Prozess in schematischer und leicht verständlicher Weise. Eine aktuell erfasste Td- Zeitdatensequenz wird fortgesetzt mit einer früher erfassten Td'- Zeitdatensequenz verglichen, und besteht annähernde Übereinstimmung, so passen die Sequenzen zueinander wie Schlüssel und Schloss. Wie aus den folgenden Beschreibungen ersichtlich, schafft dieser Vorgang eine Art "Bootstrapping-Prozess" bzw. ein "motorisches Nacheiferungsbestreben", das eine grundlegende Eigenschaft aller redundanzfreien autonomen selbstorganisierenden Systeme bzw. eines Organismus darstellt. Zwar ist die Konvarianzanalyse zweier Zeitdatenmuster in mechanistisch/elektronischen Systemen relativ aufwendig (s. dazu Fig. 5); dies gilt jedoch nicht für molekular/biologische Organismen und andere Einheiten. In solchen Systemen tritt dieses "Bootstrapping" als "synergetischer Effekt"auf - annähernd vergleichbar mit dem Rollen einer Anzahl von Billardkugeln in eine Reihe von Löchern, die ein Muster bilden. (Die Bezeichnung "Synergetik" wurde übrigens erstmals von H. HAKEN im Jahre 1970 eingeführt). Das erfolgreiche Einlochen wird von Geschwindigkeit und Richtung bestimmt. Ändern sich diese Parameter, so erfolgt kein Einlochen. Ein Versuch kann ebenfalls scheitern, wenn sich die Position der Löcher irgendwie verändern würde, während die Abstoß-Positionen der Kugeln konstant blieben; selbst dann, wenn ihre Geschwindigkeit und Richtung kovariant mit den urprünglichen Parametern wäre (und wobei die Kovarianz die Änderung der Muster nicht entsprechend berücksichtigt). In ähnlicher Weise prägt eine aktuelle STQ- Zeitdatensequenz, die von einem autonomen selbstorganisierenden System erfasst wurde, ein bestimmtes charakteristisches Finger- abdruckmuster, und sooft ein früher registriertes Referenz-Muster gefunden wird, das isomorph mit einem aktuell registrierten Muster ist, so resultiert daraus Auto-Adaption und Auto-Emulation (Nacheiferungsbestreben). Dieses Phänomen wohnt als teleologisches Ordnungsprinzip allen Lebensformen, Organismen und elementaren Strukturen inne. Findet sich kein kovariantes referentes Muster, so kollabiert die auto-adaptive Regulation und das System verhält sich chaotisch. Der Zustand geht erst dann wieder vom Chaos zur Ordnung über, wenn aktuell erfasste STQ-Zeitmuster wieder mit früher erfassten STQ- Zeitmuster zu konvergieren beginnen, die vom Analysator als "kovariant" befunden werden. Fig. 4a - d illustrieren ein Modell der Erfassung und Verarbeitung von STQ(d)- und STQ(v)- Verstreichzeiten (s. auch Fig. 3a - g) - sowie zur zeitlichen und motorischen Auto-Adaption - in molekular/biologischem Zusammenhang. Die grundlegenden Elemente des Modells sind in der Neurophysiologie bereits von KATZ, GRAY, KELLY, REDMAN, J. ECCLES u. a. beschrieben worden. Die vorgestellte Erfindung ist aber deshalb von besonderer Neuheit, weil hier zum ersten Mal zeitliche und motorische Auto-Adaption auf Basis von STQ-Quanten beschrieben wird. Derartige Systeme bestehen zumeist aus einer Vielzahl von Neuronen (Nervenzellen). Diese Neuronen kommunizieren mit Rezeptoren (sensorischen Neuronen), welche die Erfas- sung und Erkennung der ihrer physikalischen Umgebung ermöglichen. Zusätzlich kooperieren sie auch mit Effektoren (Muskeln etc.) die als ausführende Organe für die motorische Aktivi- tät dienen. Der Ausdruck "Rezeptor" oder "sensorisches Neuron" entspricht dem mechanisti- schen Begriff "Sensor". Ein "Effektor" ist dasselbe wie ein "Aktuator", wie man ihn aus der Kybernetik-Literatur kennt. Jedes Neuron besteht aus einer Zellmembran, die den Zellkern und den Zellinhalt umschließt. Eine unterschiedliche Anzahl von Fortsätze aus den Neuronen, (Axone, Dendriten) leitet Information zu Effektoren oder anderen Neuronen weiter. Die Verbindungsstelle einer dendritischen oder axionalen Endigung mit einer anderen Zelle wird "Synapse" genannt. Die Neuronen selbst können als komplexe biomolekulare Sensoren und Zeittaktgeber aufgefasst werden; die besagten Synapsen als Zeitdatenanalysatoren, welche die aktuell registrierten Verstreichzeitsequenzen fortgesetzt mit früher registrierten Verstreich-Zeitmustern vergleichen, welche von den sensorischen Neuronen (Rezeptoren) produziert und entlang Nervenfasern zu den Synapsen weitergeleitetet werden. Dort erfolgt eine Art von "Kovarianz-Analyse", und es werden entsprechende Wahrscheinlichkeitsdichte- Signale generiert, die an benachbarte neuronale Systeme oder an Effektoren geleitet werden.
FIG. 4a- 4f
Fig. 4a zeigt ein sogenanntes "Aktionspotential" AP, das durch eine abrupte Änderung der
Verteilung von Natrium-Ionen und Kalium-Ionen zwischen dem intrazellulären und extra-
zellulären Lösungsgemisch entsteht, welches wie ein Kondensator arbeitet. Diese Ionen-
Konzentrationen behalten ein bestimmtes Gleichgewicht, solange kein Stimulus an der
Rezeptor-Zelle auftritt. In diesem Gleichgewichts-Zustand ist ein konstantes negatives
Potential 12 an der Zell-Membran vorhanden, das "Ruhe-Potential" genannt wird. Sobald
ein Rezeptor einen Stimulus aus einer externen Signalquelle wahrnimmt, fließen Na+ Ionen
in die neuronale Zelle und bewirken, dass sich die Verteilung positiver und negativer Ionen
plötzlich umkehrt, und die Zell-Membrane "depolarisiert" wird. Je nach Intensivität dieses
Rezeptor-Reizes entstehen nun folgende Effekte:
(a) Wird die Schwelle P1 nicht erreicht, so entsteht ein sogenanntes "elektrotonisches
Potential" EP, das sich entlang der Zell-Membran (bzw. der axonalen Faser) passiv
fortpflanzt, und in bezug auf zurückgelegte Zeit und Ort seines Auftretens
exponentiell abnimmt. Die Produzierung eines EP ist vergleichbar mit dem Anzünden
einer leeren Zündschnur. Das Feuer wird sich ein Stück weit ausbreiten, dann im
weiteren Verlauf schwächer werden und schließlich verlöschen. EP's entstehen bei
jeder Reizung eines Neurons.
(b) Wird die Schwelle P1 überschritten, so entsteht ein "Aktionspotential" AP (wie in
Fig. 4a), das sich entlang der Zell-Membran (bzw. der axonalen Faser) mit konstanter
Amplitude in selbstregenerierender Weise fortpflanzt. Die Produzierung eines AP ist
vergleichbar mit dem Auftreten eines Funkens an einer intakten Zündschnur; das
entflammte Zündpulver erhitzt benachbarte Abschnitte der Zündschnur soweit, dass
dort das Pulver ebenfalls entflammt usw., wodurch die sich Flamme entlang der
Zündschnur fortpflanzt.
AP 's werden zur Quantisierung von STQ(d)- und STQ(v)-Verstreichzeiten verwendet. Sie
sind praktisch äquivalent zu jenen Identifikations-Impulsen IP mit den Perioden t(P1),
(t(P2), (t(Pn)..., welche in Fig. 3a gezeigt werden. AP's zeigen das Auftreten von Phasen-
Übergängen an, von denen STQ(d)-STQ(v)- Verstreichzeiten abgeleitet werden. Zusätzlich
bewirken sie indirekt die Aktivierung molekular/biologischer "Zeitmesser" zur Aufnahme
solcher Zeiten. AP's stellen jedoch weder deterministische Samplingraten für irgendeine
Amplitudenabtastung dar, noch entsprechen sie elektronischen Spannungs/Frequenz-
Wandlern. Außerdem ist ihre Amplitude unabhängig von der Reizintensivität am Rezeptor,
und sie stellen auch keinerlei Zeittakt-Impulse für die Messung von Verstreichzeiten dar.
Hingegen wird die Erfassung solcher STQ-Verstreichzeiten von den Geschwindigkeiten
beeinflusst und moduliert, mit denen die Aktionspotentiale sich entlang den Nerven-Fasern
(Axonen) und den Membran-Distrikten fortpflanzen.
Die zeitmessenden Eigenschaften von AP's werden hier wie folgt detailliert beschrieben:
Wenn ein EP - in Antwort zu einem Rezeptor-Reiz - einen bestimmten Schwellwert (P1) 13
überschreitet, dann löst es ein AP 16 aus. Der Amplitudenverlauf eines AP fängt mit dem
Aufstrich 14 an und endet mit der Repolarisation 15, beziehungsweise mit der sogenannten
"Refraktärphase". Nach dem Ende dieses Vorganges kehrt das Membran-Potential wieder zum
Ruhepotential P0 zurück, und die Ionen-Verteilung gelangt wieder ins Gleichgewicht. Nicht
jeder Rezeptor-Stimulus erzeugt genügende elektrische Leitfähigkeit, um ein AP zu produzie-
ren. Solange er unter einer Minimalschwelle P1 bleibt, erzeugt er nur das zuvor erwähnte
elektrotonische Potential EP. (Für ein besseres Verständnis von Verstreichzeitmessungen in
biologisch/chemischen Modellen betrachte man nochmals Fig. 2c und Fig. 3a): Das erste AP,
das nach Stimulieren eines Receptors ausgelöst wird, erzeugt zunächst (indirekt) jenen
Impuls, der den ersten Zeitmesser zur Aufnahme der ersten STQ(d)- Verstreichzeit aktiviert,
wenn die Signalamplitude W das Schwellwert-Potential P1 bei Phasenübergang iTw(1.1)
durchbricht. Gleichzeitig stellt es auch einen Identifikations-Impuls IP dar. Das erste AP
entspricht quasi dem ersten IP aus einer Reihenfolge von IP 's, die den jeweiligen Status
des Schwellenwerts (oder Wahrnehmungbereichs) anzeigen, wo sich die Stimulations-
Intensitivität gerade befindet. So lange der Rezeptor-Reiz bestehen bleibt, wiederholt sich
ein AP 16a, 16b... in zeitlichen Intervallen, deren Periode von der Höhe des jeweiligen
Schwellwertes abhängt, in dem sich der Stimulus gerade befindet.
Diese Intervalle entsprechen jenen IP- Perioden t(P1), t(P2)... welche für die serielle
Zuordnung und Verarbeitung von STQ- Verstreichzeiten erforderlich sind (s. Fig. 3a). Die
AP-Frequenz wird stabilisiert durch die sogenannte "relative Refraktärphase" (Ausfallzeit)
nach jedem AP, während derer keine neue Depolarisation möglich ist. Weil sich die Refraktär-
Phase in adaptiver Weise proportional zu einer zunehmenden Reiz-Intensität beim Rezeptor
verkürzt (z. B. wenn das EP einen höheren Schwellwert P2 bzw. Wahrnehmungs-Bereich 13a
erreicht), besteht demnach eine Ähnlichkeit zu einem "programmierbaren bistabilen
Multivibrator" wie er in der mechanistischen Elektronik zu finden ist. Der Verlauf dieser
Ausfallzeit ("Refraktorität") nach einem AP folgt der strichpunktierten Linie 19. Fig. 4a
zeigt, daß es nach dem Ende einer Repolarisation eine "absolute Refraktoritäts-Periode" t(tot)
gibt. Kein neues AP kann während dieser Zeit ausgelöst werden; egal, wie hoch die Reiz-
Intensität am Rezeptor steigt. Auf diese Weise ist das "maximale Ausmaß" einer gerade noch
wahrnehmbaren Reizintensität programmiert. Wichtig ist die Tatsache, dass sowohl die Dauer
der relativen Refraktärphase als auch die Charakteristik der absoluten Refraktoritätsphase
auto-adaptiven Gesetzmäßigkeiten unterworfen sind, und sich daher kontinuierlich an neu
auftretende Zustandsveränderungen im Organismus anpassen. Das bedeutet, dass auch jene
Schwellwerte P0, P1,...., aus denen STQ-Quanten abgeleitet werden, keine absoluten Größen
sind, sondern adaptiven Veränderungen unterliegen, wie alle anderen Parameter, insbes.
"Zeit", auch.
Nun wird erklärt, was nach der Registrierung einer erster STQ(d)-Verstreichzeit bei P1 durch
das erste "AP" weiter geschieht:
Steigt die Reizintensität (mit einer theoretischen Amplitude W) von der niedrigeren Schwelle
P1 zu einer nächsthöheren Schwelle P2 an, dann verursacht das nächste folgende AP indirekt
die Registrierung der zweiten STQ(d)- Verstreichzeit, sobald der Phasenübergang durch die
nächsthöhere Schwelle P2 erfolgt. Derselbe Vorgang wiederholt sich in Hinsicht auf die
Schwellwerte P3, P4 usw. In jedem Fall fungiert das AP gleichzeitig als Identifikations-
Impuls IP, wie zu Fig. 3a beschrieben. Es wiederholt sich deshalb in schwellwert-abhängigen
Perioden solange, als eine Wahrnehmung auf den Rezeptor einwirkt (bzw. solange der
Rezeptor etwas "wahrnimmt").
Als Beispiel sei Fig. 3a betrachtet: Solange die Reizintensität in Zone P2 verweilt, kehrt
das AP 17, 17a, 17b... in kurzen zeitlichen Perioden wieder. Diese Perioden (oder Intervalle)
entsprechen jenen der IP-Identifikations-Impulse mit der Periode t(P2), welche zur seriellen
Registrierung der STQ-Verstreichzeiten Td(2) und Tw(2) erforderlich sind. Erreicht die
ansteigende Reizintensität den Schwellwert P3 (bzw. die Wahrnehmungsbereichszone 3)
13b, dann wiederholt sich das AP 18a, 18b, 18c... in noch kürzeren Zeitperioden. Dies
entspräche jenen IP-Identifikations-Impulsen mit der Periode t(P3) in Fig. 3a , welche indirekt
für das serielle Timing der STQ-Verstreichzeiten Td(3) und Tw(3) erforderlich sind. Eine noch
größere Reizintensität, zum Beispiel in P4 (oder in Zone 4), würde eine noch kürzere Periode
von AP 's erzeugen. Dies entspräche etwa t(P4) in Fig. 3a. Die maximal mögliche AP-Impuls-
Frequenz wird jedoch von t(tot) bestimmt. Kürzere Refraktäritäts-Phasen nach der
Depolarisation von APs produzieren auch kleinere AP-Amplituden. Diese Eigenschaft
vereinfacht die Zuordnung von AP 's zusätzlich.
Im folgenden Teil wird die Generierung der eigentlichen Zeitzählimpulse für die STQ-
Quantisierung beschrieben. Diese Zeitzählimpulse sind entweder invariable ITPC oder vm-
proportionale VTCP wie sie in Fig. 3a gezeigt wurden. Wie erwähnt, sind die Zeitzählimpulse
für das Quantisieren von Verstreichzeiten durch jene Geschwindigkeit bestimmt, mit dem sich
ein AP entlang eines Axons fortpflanzt. Diese Geschwindigkeit hängt weiters ab vom Ruhe-
potential und von der Menge des Na+ Ionen-Stroms in den intrazellulären Raum beim Beginn
des Depolarisations-Prozesses, sobald die Wahrnehmung an der Rezeptor-Zelle einen
elektrischen Strom verursacht, der das extra/intra-zellulare Ionen-Gleichgewicht
beeinflusst. Am Beginn der Stimulation eines Rezeptors (dem Ausgangspunkt der Wahr-
nehmung), fließt nur kapazitiver Strom vom extra-zellularen Raum zur intra-zellularen
Flüssigkeit. Dies ruft das besagte "elektrotonische Potential " EP hervor, der sich passiv
fortpflanzt. Erst dann, wenn dieses EP die Schwelle P1 überschreitet, wird ein AP produziert,
das sich in selbstgenerierender Weise entlang den Membran-Distrikten fortpflanzt. Je mehr
kapazitiver Strom noch nach der Depolarisation (bzw. Umladung) des Membran-Kondensators
während der Stimulus-Initialisierung verfügbar ist, desto größer ist die Na+-Strömung in den
intra-zellularen Raum, und desto mehr EP-Strom kann in noch nicht depolarisierte Gebiete
fließen. Auf diese Weise wird das Tempo weiterer Depolarisations-Prozesse in den Nerven-
fasern, und somit auch die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der weiteren AP's, proportional
erhöht.
Die Umladungszeit des Membran-Kondensators ist also jener Parameter, der die Größe des
Ruhepotentials 12 bestimmt. Startet ein Reiz vom niedrigsten Ruhepotential P0 12 aus,
so ist der Na+ Einstrom am größten, der Anstieg des EP ist am steilsten und seine elektro-
tonische Ausbreitung ist am schnellsten. Wird ein AP ausgelöst, dann ist in diesem Fall
auch seine Fortleitungsgeschwindigkeit maximal. Aber wenn ein Rezeptor-Stimulus von einem
höheren Potential 12a, 12b oder 12c... startet, dann ist der Na+ Einstrom teilweise in-
aktiviert, und es nimmt die Steilheit des EP-Anstiegs sowie die Ausbreitungsgeschwindigkeit
des elektrotonischen Flusses ab. Deshalb nimmt auch die Fortpflanzungsgeschwindigkeit
eines AP ab. Diese besonderen Eigenschaften werden in molekular/biologischen Modellen
benutzt, um entweder invariante Zeitzählimpulse ITCP (mit Perioden tscan) oder variable
Zeitzählimpulse VTCP (mit Perioden t.vscan) zu produzieren. In letzterem Fall werden die
VTCP's entsprechend der relativen Geschwindigkeit vm (via STQ(v)- Parameter) moduliert,
und weisen daher entsprechend kürzere Intervalle auf (siehe dazu Fig. 3b und 3c). Das
STQ(v)- Quantum wird von der Abweichung des jeweiligen Start-Potentiales in bezug auf
das niedrigste Ruhepotential bestimmt, das als "Referenzwert" dient, und wird durch die
Dauer der kapazitiven Ladung einer Zell-Membran gemessen, sobald ein Reiz am Rezeptor
auftritt.
Diese Ladedauer ist umgekehrt proportional zur Geschwindigkeit des Na+ Einstromes durch
die Membran-Kanäle in den intra-zellularen Raum. Eine Zellmembran kann als elektrischer
Kondensator betrachtet werden, in dem zwei leitende Medien (die intrazelluläre und die
extrazelluläre Lösung) durch eine dünne Isolationsschicht, die Membran, voneinander
getrennt sind. Beide Medien bestehen aus verschiedenen Arten von Na/K/Cl- Ionen-
verteilungen. Je höher die "Stimulus-Dynamik" (siehe unten) ist, welche zuerst das
äußere molekulare Medium beeinflusst - das dem Sensor 2 in Abb. 2a entspricht -, und
dann das innere molekulare Medium - das dem Sensor 1 entspricht -, desto schneller ist
der Na+Einstrom und desto kürzer ist die Ladedauer (welche die Parameter für die Relativ-
geschwindigkeit vm bestimmt) und desto höher die AP- Fortpflanzungsgeschwindigkeit v(ap)
in den benachbarten Membran-Distrikten. Die Signalverläufe an der äußeren und der inneren
Seite (bzw.der Membran) entsprechen quasi den Signalamplituden V und W. Die Geschwindig-
keit v(ap) generiert also indirekt die beschriebenen invarianten Zeitzählimpulse ITCP oder die
variablen vm-proportionalen Zeitzählimpulse VTCP.
Die besagten variablen VTCP-Impulse sind selbst-adaptiv modulierte Zeitimpulse mit Korre-
lation zur relativ zurückgelegten Distanz. Wie im folgenden Abschnitt erklärt wird, existiert
(im Gegensatz zu traditionellem physikalischen Verständnis) keine invariante Zeit - nur "wahr-
genommene Zeit" ist tatsächlich existent. Von wesentlicher Wichtigkeit ist auch der Unter-
schied zwischen "Reiz-Intensität", deren Maß von der AP-Frequenz und somit durch die
Refraktär-Phase bestimmt wird, und der "Reiz-Dynamik", deren Maß durch die Ladedauer der
kapazitiven Zell-Membran - und deshalb von der Geschwindigkeit des Na+ Zustromes -
definiert wird. "Reiz- Dynamik" ist nicht gleichzusetzen mit "Reiz-Intensitätszunahme". Es ist
ein Maß für die räumlich/zeitliche Abweichung der relativen Position des Rezeptors in bezug
auf die Position der Stimulus-Quelle, und deshalb für die relative Geschwindigkeit vm. " Reiz-
Intensität" steht für jene Signalamplituden, aus denen vm-adaptive STQ(d)-Verstreichzeiten
Td(1,2,3..) abgeleitet werden, während "Reiz-Dynamik" durch die erfassten STQ(v)-
Parametern definiert wird.
Fig. 4b und Fig. 4c zeigen die Analyse von STQ-Verstreichzeiten in einem molekular/
biologischen Modell in leicht verständlicher Weise. Die Ergebnisse der Analyse werden dazu
benutzt, um redundanzfreie auto-adaptive Muster-Erkennung sowie autonome Regelungs-
und Selbstorganisations-Prozesse zu generieren. Im gezeigten Beispiel sollte ein Organismus
in die Lage versetzt werden, bestimmte Arten von Fremdkörper, die auf eine Hautpartie
drücken, voneinander zu unterscheiden. Er soll mit einem schnellen Muskel-Reflex antworten,
wenn er einen Nadelstich als solchen erkennt. Hingegen sollte er den Reiz ignorieren, wenn
es sich um einen stumpfen Gegenstand handelt. Dazu ist eine fortgesetzte vm-adaptive
Erfassung von STQ(d)-Verstreichzeiten mittels VTCP-Impulse notwendig. Die Frequenz dieser
Zeitzählimpulse wird entsprechend den STQ(v)- Parametern aus der Reiz-Dynamik (vm)
moduliert. Diese STQ(v)- Parameter werden zur Registrierung der STQ(d)-Verstreichzeiten
Td(1,2,3...) aus der Signal-Amplitude der gegenwärtigen Reiz-Intensität benötigt. Der Unter-
schied zwischen "Reizintensität" und "Reizdynamik" ist in diesem Beispiel leicht zu verstehen.
Ein Stimulus kann verschiedene Intensität auch dann aufweisen, wenn keine zeitlich/räum-
liche Änderung zwischen Signalquelle und Rezeptor stattfindet. Eine Nadel in der Haut kann
auch bei unveränderter Position ein unterschiedliches Empfindungsmuster bewirken, beispiels-
weise wenn sie erwärmt wird. Dieses Empfindungsmuster wird von der Signalamplitude und
somit von der AP-Frequenz und den STQ(d)-Quanten bestimmt. Befindet sich die Nadel in
einer invarianten Position, so ist die AP-Fortleitungsgeschwindigkeit konstant, da auch die
Membranladezeit konstant ist. Während des Stiches in die Haut ereignet sich ein "dynami-
scher Reiz", und die STQ(d)-Quantisierung der Signalamplitude geschieht in Abhängigkeit
vom Verlauf der Einstichgeschwindigkeit vm. Man beachte, daß während dieses dynamischen
Prozesses immer 2 zeitlich verschobene Signal-Amplituden (an der äußeren und der inneren
Membranseite) existieren. Die beschriebenen STQ(v)-Parameter leiten von ihnen her. Dem-
entsprechend werden die Geschwindigkeiten der AP- Fortpflanzung und die erworbenen
STQ(d)- Zeitmuster angepasst ("zeitliche Auto- Adaption").
Diese entsprechend zu vm adaptiv gemessenen STQ(d)-Zeitmuster Td(1,2,3...) werden
ständig mit vorausgehend gemessenen und gespeicherten STQ(d)- Zeitmustern Td'(1,2,3...)
verglichen und zusammen ausgewertet. Dieser Zeitvergleichs-Prozess geschieht fortgesetzt
in den sogenannten "Synapsen", welche die Verbindungsstellen zu axionalen Endigungen
anderer Neuronen bilden. Die Wahrscheinlichkeitdichte-Werte, die in den Synapsen ermittelt
werden, und die für eine Konvergenz beider Regressions-Kurven stehen, werden zur weiteren
Verarbeitung zu peripheren neuronalen Systemen, oder auch an Muskelfasern weitergeleitet,
um motorischen Reflex hervorzurufen.
Fig. 4b zeigt die vm- abhängige Fortpflanzung eines AP von einem Sensor-Neuron (Rezeptor)
20 entlang eines Neuronenfortsatzes (Axon) zu einer Synapse, wo ein Vergleich mit erworbe-
nen Zeit-Sequenzen mittels molekularer "Kovarianzanalyse" stattfindet. Dieser Rezeptor funk-
tioniert wie ein "Druck-Sensor". Wenn eine Nadel 21 mit einer bestimmten Dynamik auf die
äußere Schicht der Zell-Membran trifft, dann verursacht diese Stimulation das Auslösen von
AP's 23, wie in Abb. 4a beschrieben. Die AP's pflanzen sich im Axon 22 mit einer STQ(v)-
abhängigen Geschwindigkeit vap fort. Ihre Reihenfolge (a'....v ') entspricht jenem Signal-
amplitudenverlauf, der vom Stich hervorgebracht wird. Die Reihenfolge fängt mit dem Phasen-
durchgang beim ersten Schwellwert P1 an, geht weiter über P2, P3, P4 (an deren Stelle das
Reizmaximum erreicht wird), und kommt schließlich zu den Phasendurchgängen P3 und P2.
Die Intensitätsbereiche der Reizwahrnehmung sind mit Z1, Z2, Z3 und Z4 bezeichnet. Die
Perioden t(P1), t(P2), t(P3), t(P4).... und die Magnituden der AP's dienen zur Identifikation
der jeweiligen Schwelle, wo die Reizintensität sich gegenwärtig befindet. Ihre zeitliche Reihen-
folge ist deshalb eine Art von "Code". AP's sind keine Zeitzählimpulse. Neben ihrer Code-
Funktion sind sie aber auch (indirekt) Startimpulse und Stopimpulse für die Registrierung von
STQ(d)- Verstreichzeiten. Die eigentliche vm-abhängige Messung der STQ-Verstreichzeiten
Td(1), Td(2), Td(3), Tw(4) und Td(4)..(s. Abb. 2c), sowie ihr Vergleich mit vorausgehend
erfassten Verstreichzeiten findet in der Synapse 24 statt.
Am präsynaptischen Ende des Axons laufen die AP 's 23 mit variablen Geschwindigkeiten
vm(n ...) ein, die in Relation zur Dynamik des Nadel-Stiches sowie zu den gemessenen STQ(v)-
Parametern stehen. Diese variablen Einstrom-Geschwindigkeiten an den Synapsen sind der
Schlüssel zum Produzieren jener adaptiven Zeitzählimpulse VTCP (s.Fig. 3c) mit der vm-
modulierten Frequenz ƒscan. Die Synapse ist durch den "synaptischen Spalt" von der post-
synaptischen Membran getrennt; diese wiederum ist mit anderen Neuronen verbunden, z. B.
mit einem sogenannten "Motoneuron" 25. Ein solches Neuron produziert ein sogenanntes
"exzitatorisches postsynaptisches Potential" (ESPS) 27, das etwa proportional zur Wahr-
scheinlichkeit g einer Konvergenz ist. Wenn dieses EPSP (bzw. die Wahrscheinlichkeitsdichte
g) einen bestimmten Schwellwert übersteigt, dann wird erneut ein Aktionspotential AP 28
ausgelöst.Dieses AP wird über Motoaxon 26 zu einer sogenannten "neuromuskulären
Endplatte" weitergeleitet, die dort den Muskelreflex verursacht. Die einlaufenden AP-
Sequenzen 23 bewirken die Freisetzung bestimmter Quanten von molekularem Transmitter-
stoff aus ihren Depots - winzigen kugelförmigen Strukturen in der Synapse, "Vesikel" genannt.
Im Prinzip stellt eine Synapse einen komplexen programmierbaren Zeitdatenprozessor und
-Analysator dar, der immer dann den Inhalt jeweils eines Vesikels in den präsynaptischen
Spalt entleert, wenn das Wiederauftreten irgendeiner früher registrierten synaptischen
Struktur innerhalb einer neu registrierten Schlüssel-Struktur bestätigt wird. Die synaptischen
Struktur innerhalb einer neu registrierten Schlüssel-Struktur Strukturen und Vesikel-
Bewegungen werden von der Dynamik v(ap) des AP-Ioneneinstroms sowie seiner Frequenz
erzeugt. AP-Einstromgeschwindigkeiten v(ap) entsprechen den STQ(v)- Parametern, die
AP-Frequenzen den STQ(d)-Verstreichzeiten. Die Transmitter-Substanz wird durch die
Synapse reabsorbiert und wiederverwertet, sodaß der Zyklus nicht unterbrochen wird.
Hier eine ausführliche Beschreibung von Fig. 4b unter Bezugnahme auf Fig. 4e und Fig. 4f:
Der Ionen-Einstrom vom ersten einlaufenden AP 23 (a') aktiviert zunächst die Ansammlung
von ACh-Transmittermolekülen in den kugelförmigen Strukturen (Vesikeln). Die Dauer dieser
ACh-Ansammlung hängt ab von der Dynamik (= Geschwindigkeit vap) des AP-Ionen-
Einstromes an der präsynaptischen Endigung und somit auch der Reiz-Dynamik (= vm) am
Rezeptor 20. Die Freisetzung der Moleküle in den synaptischen Spalt erfolgt in Form von
"Paketen". Jedes nacheinander einlaufende AP - bezeichnet mit b', c'..- bewirkt eine erneute
Ansammlung von Neurotransmitterstoffen in Vesikeln, die sich nach erfolgter Auffüllung in
Richtung des synaptischen Spalts be- wegen. Alles Folgende hat verstreichzeit-messende
und -analysierende Eigenschaften: Die Dauer der Auffüllung mit Transmittersubstanz T(t), die
Geschwindigkeiten v(t), mit dem sich die Vesikel in Richtung des synaptischen Spalts weiter-
bewegen, ihre Einwirkung auf das synaptische Gitter am Spalt und ihre Positionen, die
Öffnungsdauer der Poren usw. Durch diese AP-Einwirkung auf die synaptischen Strukturen
werden nicht nur die eigentlichen Zeitzählfrequenzen ƒscan generiert (zur vm-abhängigen
Messung jener in Abb. 2c beschriebenen STQ(d)-Versteichzeiten), sondern es werden auch
Zeitmuster gespeichert und analysiert. Wenn von der Synapse das Muster eines aktuellen
zeitlichen Ablaufes erkannt wird, das mit einer bestehenden gespeicherten Struktur überein-
stimmt, dann öffnet sich eine Pore beim synaptischen Gitter, und der ganze molekulare Inhalt
eines Vesikels wird in die subsynaptischen Spalt freigesetzt. Die freigesetzten Transmitter-
Moleküle (zumeist ACh) binden sich an der anderen Seite des Spalts an spezifische Rezeptor-
moleküle auf der subsynaptischen Membran des angekoppelten Neurons. Dadurch wird dort
ein postsynaptisches Potential (EPSP) hervorgerufen, das sich dann an andere Synapsen,
Dendriten oder an eine sogenannte "neuromuskuläre Endplatte" fortpflanzt. Überschreitet
das EPSP eine bestimmte Amplitude, dann löst es ein Aktionspotential (AP) der bereits
beschriebenen Art aus, das dann z.B. einen Muskel-Reflex hervorruft. Erreicht es diesen
Schwellwert nicht, so wird es ähnlich weitergeleitet wie ein EP (also in elektrotonischer
Weise); ein AP wird in diesem Fall nicht produziert. Von besonderer Bedeutung ist die
addierende Eigenschaft der subsynaptischen Membran. Diese Eigenschaft - auch als "zeitliche
Bahnung" bezeichnet - resultiert aus der Summierung der erzeugten EPSP's, wenn diese in
kurzer Folge innerhalb bestimmter Zeitfenster eintreffen. Jede Freisetzung von Transmitter-
moleküle in den synaptischen Spalt zeigt das Auftreten einer erhöhten Wahrscheinlichkeits-
Dichte während des Vergleiches aktueller vm-proportional erfaßter STQ-Verstreichzeitmuster
mit früheren vm-proportional erfaßten und gespeicherten Zeitmustern an. Erhöhte
Wahrscheinlichkeits-Dichte verursacht eine höhere Häufigkeit von Transmittersubstanz-
Freisetzung und demnach höhere Summenwerte von EPSP's, was wiederum als Folge eine
signifikant höhere Rate von postsynaptischen Aktionspotentialen (AP) produziert. Demnach
ist ein postsynaptische AP ein Bestätigungssignal, das anzeigt, dass Isomorphismus zwischen
einem früheren und einem aktuell registrierten Zeitdatenmuster erkannt worden ist. Auf der
Basis dieses Zeitmuster-Vergleiches wird somit jener Gegenstand, der die Wahrnehmung bei
der Rezeptor-Zelle verursacht hatte, als "Nadel" identifiziert; und der Befehl: "Muskelreflex
auslösen" wird an die korrespondierenden Muskelfasern weitergeleitet.
Parallele komplexere Erkennungsprozesse laufen über das zentrale Nervensystem ZNS (dem
Gehirn) ab. Vom beschriebenen druckempfindlichen Hautrezeptor-Neuron 20 gelangt eine
weitere axonale Verzweigung 29 über eine Synapse 30 zu einem "ZNS-Neuron". Im Unter-
schied zum "Motoneuron", das direkt die motorische Aktivität des Organismus steuert, dient
ein ZNS-Neuron der bewussten Erkennung eines rezeptorischen Reizverlaufes. Ein AP 31, das
an der postsynaptischen Zellmembran 30 produziert wird, kann auch entlang Dendriten in ein
Axon 30a münden, und sich zu mehreren anderen ZNS-Neuronen verzweigen; es kann aber
auch indirekt über ZNS-Neuronen zu einem Motoneuron und dann zu einer "neuromusculären
Endplatte" gelangen.
Die Parameter, welche die Registrierung von STQ-Zeitquanten in den Synapsen 25 und 30
kontrollieren, können sich durch die Verschiedenheit der synaptischen Strukturen unter-
scheiden. (Tatsächlich werden ja diese Strukturen von fortgesetzten "Lern"-Prozessen
erzeugt). Dies erklärt, warum es möglich ist, dass ein Nadelstich zwar im Gehirn als solcher
registriert wird, aber keinen Muskel-Reflex hervorruft; oder aber ein schneller Muskel-Reflex
entstehen kann, dessen Ursache durch das Gehirn kaum wahrgenommen wird. Der eine Fall
zeigt einen bewussten Reflex, der andere Fall einen instinktiver Reflex. Letzterer tritt auf,
wenn die ZNS-Synapse 30 nicht genügend isomorphe Strukturen findet (im Gegensatz zur
Synapse 25), daher keine ausreichend häufige Freisetzung von Transmittermolekülen erfolgt,
und infolgedessen auch kein postsynaptisches AP 31 und keine bewusste Erkennung des
wahrgenommenen Reizes stattfinden kann.Viele Funktionen des zentralen Nervensystemes
können so auf monistischer Grundlage erklärt werden; sogar Phänomene wie "Bewusstsein"
und "Unterbewusstsein". Im allgemeinen sind auto-adaptive Prozesse in Organismen vielseitig
vernetzt und deshalb äußerst komplex. Um fähig zu sein, auf der Haut einen Nadelstich vom
Drücken mit einem stumpfen Radierstift zu unterscheiden, sind wesentlich mehr Zeitmuster
notwendig; auch müssen mehr Rezeptoren und Synapsen in den Erkennungsprozess einbe-
zogen werden.
Fig. 4c zeigt einen Prozess, bei dem das leichte Drücken mit einem stumpfen Gegenstand
(z.B. einem konischen Radiergummi auf einem Stift) erkannt wird - wo aber daraus kein
Muskelreflex resultiert. Der stumpfe Gegenstand 32 presst mit einer bestimmten relativen
Geschwindigkeit vm auf eine Reihe von Rezeptoren in den neuronalen Hautzellen 33, 34, 35,
36 und 37. Aus der Stimulierung der einzelnen benachbarten Rezeptoren (s. auch Fig. 4b)
resultieren verschiedene Sequenzen von AP's 39, 40, 41, 42 und 43. Diese Aktionspotentiale
pflanzen sich entlang den kollateralen Axonen 38 mit variablen Perioden t(P1,2,3.....) und
Geschwindigkeiten vap(1...5) fort, die einerseits von der gegenwärtigen Reizintensität,
anderseits von der jeweiligen Reizdynamik abhängig sind. Da jeder Rezeptor-Reiz ein anderes
Muster aus STQ(v) und STQ(d)- Quanten erzeugt, ergeben sich für jedes Axon verschiedene
AP-Sequenzen a'....m'. Alle einzelnen Sequenzen zusammen stellen jenes Muster aus STQ-
Verstreichzeiten dar, das für den Druck mit dem Radierer auf der Haut charakteristisch ist.
Diese variablen AP-Ionenströme gelangen zu den Synapsen 44, 45, 46, 47 und 48, welche
über den synaptischen Spalt mit dem Motoneuron 49 verbunden sind. Sobald das aktuell
erfasste Zeitdatenmuster eine Ähnlichkeit zu einem früher erfassten Zeitdatenmuster auf-
weist, setzt jede einzelne Synapse den Inhalt eines Vesikels in den subsynaptischen Spalt
frei. Gleichzeitig produziert diese Freisetzung ein ESPS an der subsynaptischen Membran
des Neurons. Diese Potentiale sind zumeist unterschwellig. Der nötige Schwellwert für die
Auslösung eines AP wird nur dann erreicht, wenn mehrere EPSP's summiert werden. Dies
geschieht nur dann, wenn eine sogenannte "zeitliche Bahnung" solcher Potentiale stattfindet,
wie im Abschnitt zuvor beschriebenen wurde.
Im gezeigten Modell wirken sich diese addierenden Eigenschaften auf die einzelnen ESPS's
50, 51, 52, 53 und 54 aus. Diese Potentiale entsprechen den rezeptor-spezifischen
Wahrscheinlichkeitsdichte-Parametern g1, g2. g3, g4 und g5, die für den jeweilige Grad an
Isomorphität von Zeitmustern stehen. Gleichzeitige Transmitterfreisetzung in mehreren
Synapsen (z.B. in 45 und 47) bewirkt die Addierung der einzelnen EPSP's zu einem Gesamt-
Potential 56, das der Summe der einzelnen Wahrscheinlichkeitsdichten (G) = (g1+ g3)
entspricht. Diese Eigenschaft der Neuronen, räumlich getrennte unterschwellige EPSP 's zu
summieren, wenn gleichzeitige Transmitter-Freisetzung bei einer Anzahl paralleler Synapsen
auf der selben subsynaptischen Membran auftritt, bezeichnet man als "räumliche Bahnung".
Im beschriebenen Modellfall erreicht das summierte EPSP 56 aber nicht die bezeichnete
Schwelle (gt) und es wird daher kein AP ausgelöst. Statt dessen pflanzt es sich im subsynap-
tischen Membrandistrikt 49 des Neurons bzw. im nachfolgenden Motoaxon 55 als passives
elektrotonisches Potential (EP) fort. Ein solches EP schwächt sich (zum Unterschied von
einem selbst-regenerierenden aktiven AP) nach wenigen Millimetern im Axon soweit ab, dass
es keinerlei aktivierenden Einfluss auf die neuromuskuläre Endplatte hat, und somit auch
keinen aktivierenden Einfluss auf den Muskel. Die Reizung der Haut und das Anpressen mit
dem Radierstift reicht also nicht aus, um einen Muskelreflex hervorzurufen. Anders wäre es
der Fall, würde der Radiergummi abbrechen und der leere Stift mit voller Wucht auf die Haut-
Rezeptoren treffen. In diesem Fall würde eine Transmitterfreisetzung gleichzeitig in allen fünf
Synapsen 50, 51, 52, 53 und 54 ausgelöst, weil die erfassten STQ-Zeitmuster Td(1,2,3....)
mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich mit jenen in den synaptischen Strukturen gespei-
cherten STQ-Zeitmustern Td'(1,2,3..) wären, die für das Ereignis "Nadelstich" signifikant sind.
Die EPSP 's würden wegen der Eigenschaft ihrer zeitlichen und räumlichen "Bahnung" zu einem
überschwelligen EPSP 56 addiert werden und ein postsynaptisches AP hervorrufen, das sich
im Motoaxon 55 in einer selbst-regenerierenden Weise (ohne zeitliche und räumliche
Abschwächung) bis zum Muskel fortpflanzen würde um einen Muskel-Reflex zu produzieren.
Wie in Fig. 4b, so kommt es auch im vorliegenden Beispiel zu einem parallel verlaufenden
Erkennungsprozess, der im zentralen Nervensystem (ZNS) stattfindet. Von den Hautrezeptor-
Zellen 33, 34, 35, 36 und 37 gelangen kollaterale axonale Verzweigungen 57 zu ZNS-
Synapsen, die an andere Neuronen 58 gekoppelt sind. Solche Verzweigungen werden als
"Divergenzen" bezeichnet. Die Aufsplitterung der Axone in kollaterale Verzweigungen zu
verschiedenen neuronalen ZNS-Distrikten, und die zeitliche und räumliche Kombination vieler
postsynaptischer EPSP's ermöglicht die bewusste Erkennung komplexer Wahrnehmungen im
Gehirn (z.B. die Tatsache, dass ein Radierstift auf die Haut drückt). Da diese Erkennung
unabhängig von der Auslösung eines etwaigen Muskelreflexes stattzufinden hat, muss die
Summe einzelner ESPS's im ZNS auf jeden Fall überschwellig sein. Ansonsten könnte kein
postsynaptisches AP - und somit auch kein Bestätigungssignal produziert werden.
Als wesentliche Vorbedingung dazu ist notwendig, daß auto-adaptive Prozesse vorangingen,
wodurch bestimmte präsynaptische und subsynaptische STQ-Zeitstrukturen in den parallelen
Synapsen 58 geprägt wurden. Diese Strukturen enthalten Information (Zeitsequenzen, Zeit-
muster..), die für ähnliche Sinnes-Erfahrungen stehen (z. B. in die Haut eindringende Gegen-
stände, darunter auch der besagte Radierstift). Offensichtlich hat die Schwelle für das
Verursachen eines AP's in der postsynaptischen Membran-Struktur der ZNS-Neuronen 58,
(und deshalb auch im Gehirn) niedriger zu sein als beim vorher beschriebenen Motoneuron
49. Daher muss auch die Summe dieser ESPS's größer sein als diejenige der ESPS's g1, g2,
g3, g4 und g5. Isomorphitäten von STQ-Zeitdatenreihen in den ZNS-Synapsen des Gehirns
haben demnach ausgeprägter zu sein als jene in den Synapsen von Motoneuronen, die nur
für Muskelreflexe zuständig sind. Die Strukturen von ZNS-Synapsen müssen Informationen
besser unterscheiden können, und somit subtiler beschaffen sein. Das Auftreten eines sub-
synaptischen AP stellt eine Bestätigung für die Tatsache dar, dass ein aktuell erfasstes
Td(1,2,3...)- Zeitmuster in virtueller Weise isomorph ist mit einem früher registrierten
Td'(1,2,3...)- Referenzzeitmuster, das z.B. aus einer älteren Sinneserfahrung mit einem an
irgendeine Hautstelle drückenden Radierstift stammt. Hat eine solche frühere Erfahrung nicht
stattgefunden, so hat das Bewusstsein keine physikalische Grundlage zur Erkennung, da die
Zeitmuster-Vergleichsbasis fehlt. In einem solchen Fall hätte also zunächst ein Lernprozess
vorauszugehen. Meistens werden dazu auch andere, aus verschiedenen Rezeptorreiz-
Ereignissen hergeleitete Empfindungserfahrungen visueller oder akustischer Art usw. mit der
erwähnten Druckempfindungs-Erfahrung koordiniert.
Dies erklärt, warum ZNS-Strukturen äußerst umfangreich vernetzt sind. ZNS-Neurone, aber
auch Motoneurone, besitzen bis zu 5000 angekoppelte Synapsen, die in verschiedenster
Weise mit Rezeptor- Neuronen und axonalen Verzeigungen verknüpft sind. Es existieren
komplexe Zeitdaten-Muster für niedrigere und höhere Aufgabengebiete, die in hierarchischer
Weise strukturiert sind. Einfache Td(1,2,3...) und Td'(1,2,3...)- Analyse-Operationen wurden
bereits beschrieben. Kreislauf, Atmung, Koordination von Muskelsystemen, Wachstum, Sehen,
Hören, Sprechen, Riechen usw. erfordern eine enorme Anzahl synaptisch registrierter "Land-
schaften" von STQ-Zeitmustern im Organismus, die von vielen Rezeptoren produziert wurden;
und welche fortgesetzt auf Isomorphität mit aktuell aufgenommenen STQ-Zeitmustern
analysiert werden müssen. Dementsprechend ereignet sich zeitliche und motorische Auto-
Adaption in tieferen und höheren Hierarchien und auf verschiedenen Niveaus.
Fig. 4d zeigt das Gegenstück zu einem EPSP (erregendes postsynaptisches Potential); das
"inhibitorische postsynaptische Potential", oder IPSP. Wie aus der Zeichnung zu sehen ist,
sind die IPSP- Potentiale 61, 62, 63, 64 und 65 an der subsynaptischen Membran 60 im
Unterschied zu besagten EPSP's negativ. IPSP's werden von einem erheblichen Teil der
Synapsen produziert, um präsynaptische Hemmung statt Aktivierung hervorzurufen. Das
Beispiel zeigt hier ein sich vom Motoaxon 66 zu einer neuomuskulären Endplatte (beziehungs-
weise Muskelfaser) fortpflanzendes Summen-IPSP 67, welches verhindert, dass dieser Muskel
aktiviert werden kann - selbst dann nicht, wenn ein überschwelliges EPSP zur gleichen Zeit
über ein paralleles Motoaxon die gleiche Muskelfaser erreichen würde.
Positive EPSP's-Ionenströme und negative IPSP's-Ionenströme heben sich gegenseitig auf.
Die hauptsächliche Funktion von IPSP's besteht darin, koordinierte und homogene Zustands-
veränderungen im Organismus, z.B. exaktes Timing von Bewegungsvorgängen zu ermöglichen.
Um beispielsweise einen gleichmäßigen Armschwung durchzuführen, ist es erforderlich, den
Musculus biceps, der den Ellenbogen beugt, mittels EPSP's zu aktivieren; gleichzeitig aber
den antagonistischen Musculus triceps (der den Ellenbogen streckt), mittels IPSP's zu
hemmen. Antagonistische Muskel müssen über sogenannte "antagonistische Motoneuronen"
gehemmt werden, während der andere Muskel über "homonyme Motoneuronen" aktiviert wird.
Der komplexe Synergismus von erregenden EPSP-Synapsen und hemmenden IPSP-Synapsen
wirkt wie ein Feedback-System (Regelkreis) und ermöglicht optimales Timing und Effizienz im
Organismus. Man kann diesen Prozess mit einem Servo- Antrieb oder einer Servo- Lenkung
vergleichen, welche eine korrekte koordinierte Ausführung momentaner Bewegungsphasen
durch datenunterstützte Operation und Regelung ermöglicht. Wenn Daten ausfallen, bricht
der Servo-Kreis zusammen. Störungen in einem molekular-biologischen Regelkreis, der durch
STQ-Zeitdatenstrukturen gestützt wird, führen zu tetanischen Zuckungen, willkürlichen
Kontraktionen, chaotischen Krämpfen usw.
Vom kybernetischen Standpunkt betrachtet, erzeugt jede erregende Synapse einen "motori-
schen Impuls" (EPSP), jede hemmende Synapse einen "Bremsimpuls" (IPSP). Das stetige
Abstimmen der komplizierten Regelkreise, und die Balance, die aus dem fortgesetzten
Vergleich von früheren sensorischen Erfahrungen (den gespeicherten referenten Zeitmustern)
mit aktuellen sensorischen Erfahrungen (den aktuell erfaßten Zeitdatenmustern) resultiert,
erzeugt ein "perfektes Timing" im Organismus.
Fig. 4e zeigt die prinzipielle Gestaltung einer Synapse. Das Axon 68 mündet in die prä-
synaptische Endigung 69, die auch "Bouton" genannt wird. Die seriell einlaufenden AP's
verursachen die Auffüllung der Vesikel mit Neurotransmitter-Mulekülen. Ist der Auffüllprozess
beendet, beginnen sich die Vesikel in Richtung präsynaptisches Vesikelgitter 71 zu bewegen.
Wenn ein gegenwärtig erworbenes Zeitmuster annähernd isomorph einem bestehenden Zeit-
muster ist, (s. auch Fig. 4b), dann öffnet sich bei einer Andockstelle am synaptischen Gitter
ein kleiner Kanal, der den ganzen Inhalt des Vesikels in den schmalen synaptischen Spalt 72
freisetzt. Dieser Vorgang wird auch als "Exozytose" bezeichnet. An der subsynaptischen
neuronalen Membran 73 befinden sich spezifische molekulare Rezeptoren 73a, an die sich die
freigesetzten Transmittermoleküle heften. Für eine bestimmte Dauer wird eine eine Pore
geöffnet, durch welche die Transmitter-Substanz diffundiert. Die Leitfähigkeit der post-
synaptischen Membran erhöht sich und das besagte EPSP (die darauffolgende postsynapti-
sche Depolarisation) wird ausgelöst. Die Öffnungs-Dauer der Poren und die Erkennung
komplementärer Rezeptoren durch die Moleküle wird gleichfalls von auto-adaptiven Prozessen
und Evaluationen von STQ-Zeitmusterstrukturen bestimmt. Allerdings stellen diese Prozesse
Subphänomene von niedrigerer Stufe im Vergleich zu synaptischen Phänomenen dar.
Strukturen zur zeitlichen und motorischen Auto-Adaption, die auf der Quantisierung von
STQ-Verstreichzeiten beruhen, existieren auch auf molekularem und atomarem Niveau.
Fig. 4f zeigt das Auffüllen eines Vesikels 70 mit Transmitterstoffen und seine darauf folgende
Bewegung zu einem präsynaptischen Andockvorsprung am Vesikelgitter 71. Der Beginn der
Auffüllung 74 ist mit der Aktivierung einer Stoppuhr vergleichbar. Das Tempo v(t) der Vesikel-
Auffüllung ist proportional zur Dynamik des AP-Ioneneinstroms vap in die Synapse. Die
Perioden der Auffüllungen T(t...) richten sich nach den Perioden t(P1,P2...) der eintreffenden
AP's; somit stellen diese Zeiten quasi vm-adaptiv quantisierte STQ(d)- Verstreichzeiten
Td(1,2,3...) usw. dar. Die Vesikel- Bewegungsrichtung ist mit 75 bezeichnet. Wenn das
aktuelle Tempo v(t), die Dauer der Vesikel-Auffüllung T(t), die Transmitter-Menge, die aktu-
elle Vesikel-Bewegung und andere aktuelle signifikante STQ-Parameter korrelative Eigen-
schaften zu bestehenden synaptischen STQ-Strukturen haben, so heftet sich ein aufgefüll-
tes Vesikel an einen Andockvorsprung 77 am Gitter. Ca++ Ionen strömen in die Synapse ein,
eine Pore am kristallinen Vesikelgitter öffnet sich, und der gesamte molekulare Transmitter-
inhalt entleert sich in den synaptischen Spalt 72. An der postsynaptischen Membran der Ziel-
zelle fusionieren sich diese Moleküle mit den spezifischen Rezeptor-Molekülen. Diese
Rezeptoren haben Verifizierungs-Aufgaben. Sie verhindern, dass fremde Transmitterstoffe
(die aus anderen Synapsen stammen) an diesem Neuron falsche ESPS's auslösen könnten.
Zur Vervollständigung dieses Kapitels werden die Beschreibungen zu Fig. 4a, 4b, 4e und 4f
in Kontext zu den STQ-Konfigurationen von Fig. 3c - 3g gebracht. Als Argumentationsbeispiel
wird wieder angenommen, dass ein Nadelstich auf eine Rezeptor-Zelle trifft (s. auch Fig. 4b):
Jene IP-Sequenzen, die in Fig. 3a gezeigt werden, entsprechen den AP's 23, die durch das
Stimulieren einer Rezeptorzelle 20 mit einer Nadel 21 produziert werden. Ihre Perioden t(P1),
t(P2) ... dienen der Zuordnung der jeweiligen Zone der Reizintensität (P1, P2...) oder der
Wahrnehmungsintensität (Z1, Z2..). Jedes in einer Synapse 69 einlaufende AP löst eine von
seiner axonalen Fortleitungsgeschwindigkeit (vap)-abhängige adaptive Quantisierung von
STQ(d)-Verstreichzeiten aus. Die Verstreichzeitnahme mit modulierter Zeitbasis wird
ausgelöst, sobald eine Vesikel-Auffüllung beginnt. Eine beendete Auffüllung bedeutet
"Verstreichzeitnahme gestoppt; STQ(d)-Quantum registriert". Diese solcherweise registrier-
ten Verstreichzeiten Td(1), Td(2), Td(3), Td(4)...usw. generieren die signifikanten synap-
tischen Strukturen. Invariante Zeitzählimpulse ITCP (s. Fig. 3b) mit der Frequenz fscan
entsprechen einer konstanten axonalen AP-Fortpflanzung mit der Geschwindigkeit vap, wenn
kein dynamischer Stimulus der besagten Hautrezeptor-Zelle gegeben ist; (z.B. wenn eine
Nadel in einer fixen Position verharrt und eine konstante Reizintensität erzeugt). In diesem
Fall erfühlt die Rezeptor-Membran keine relative Geschwindigkeit vm, die AP 's pflanzen sich
mit fixem vap entlang dem Axon 22 fort; und die Synapse quantisiert die STQ(d)-Verstreich-
zeiten mit invarianter Zeitzählfrequenz fscan.
Jene Zeitzählimpulse VTCP (s. Fig. 3c) mit der variablen Frequenz ƒscan kommen dann zur
Anwendung, wenn ein dynamischer Reizverlauf auf den Rezeptor einwirkt. Moduliert nach der
jeweiligen variablen Dynamik vm(n...), welche als STQ(v)-Parameter von der Membran
gemessen wird, pflanzen sich die AP's entlang des Axons mit STQ(v)-proportionaler
Geschwindigkeit vap(n..) fort. In gleicher Weise, wie in der Beschreibung zu Fig. 3c die
adaptive Anpassung der Zeitzählfrequenzen zu den Übergängen 2.1, 3.1, 4.1... dargelegt
wurde, so ändern sich hier die AP-Ioneneinstrom-Geschwindigkeiten v(t....) an der Synapse,
die Vesikel-Auffüllzeiten T(t...), die Quantität der Transmittermoleküle in Vesikeln, ihre
Bewegung in Richtung Vesikel-Gitter, die Struktur dieses Gitters und viele andere Parameter
der präsynaptischen und subsynaptischen Strukturen.
Eine Synapse besitzt Eigenschaften, die es ermöglichen, die Dynamik der einströmenden AP's
in vap-proportionale molekulare Zustandsveränderungen umzusetzen. Diese wirken so, wie
variable VTCP-Zeitzählimpulse in Fig. 3c. Der Prozess kann verglichen werden mit variablem
Wasserdruck, der eine Turbine antreibt, durch welche ein Generator variable Frequenzen er-
zeugt, die vom Druck und vom Tempo des Wassers abhängen: erhöhter Wasserdruck steht
für höhere Reizdynamik am Rezeptor, für höhere axonale AP-Fortleitungsgeschwindigkeit
vap, und für höhere VTCP-Zeitzählfrequenz ƒscan in der Synapse (die sich nicht nur auf das
Tempo v(t) auswirkt, mit dem Vesikel sich auffüllen, sondern auch auf viele andere synap-
tische Parameter). Entsprechend dieser Prozesse werden die STQ(d)-Sequenzen Td(1,2,3...)
usw. in der Synapse mit vm-modulierten Zeittaktfrequenzen ƒscan (1,2,3...) registriert; und
als Konsequenz daraus wird von dieser Zeitreihe die physikalische Struktur der Synapse
geprägt. Fig. 3d zeigt eine aktuell erfasste Zeitdaten-Reihe 32 30 22 23 20, die äquivalent ist
zum registrierten Zeitmuster Td(1,2,3,...), welche in der Synapse 24 eine spezifische moleku-
lar/biologische Spur hinterlässt. Die gezeigte früher erfasste Zeitdatenreihe 30 29 22 24 19 in
Fig. 3e entspricht jener synaptischen Struktur, die durch oftmalige Reproduzierung bestimm-
ter Stimulus-Ereignisse und Zeitmuster Td'(1,2,3...) "geprägt" worden ist.
Die manifestierte synaptische Td'- Struktur kann auch als Fußstapfen-Sequenz betrachtet
werden, die durch fortgesetzte Lern-Prozesse und Wahrnehmungs-Erfahrungen erzeugt
wurde, und die z.B. als Referenz-Muster für das Ereignis "Nadelstich" dient. Wenn eine neu
erworbene Td-Fußstapfensequen - die durch gegenwärtige Charakteristiken der Vesikel-
Ansammlung und andere signifikante zeitabhängige Parameter bestimmt wird - ungefähr mit
dieser bestehenden T'-Fußstapfenfolge (oder mit einem Teil davon!) Schritt hält, dann wird
in der synaptischen Struktur "Kovarianz" erkannt. Dies resultiert in der Öffnung einer Vesikel-
Andockstelle am synaptischen Gitter und in der Freisetzung aller in einem Vesikel enthaltenen
Transmitter-Moleküle, worauf ein EPSP an der sub-synaptischen Membran 25 produziert wird.
Das Potential eines EPSP entspricht jenen in Fig. 3f gezeigten Wahrscheinlichkeitsdichte-
Parametern, die für die momentan bewertete Kovarianz signifikant sind. Wenn solche
Wahrscheinlichkeitsdichte-Parameter sich innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls zu einem
bestimmten Schwellwert-Potential 27 addieren, wird ein AP 26 produziert. Dieses AP dient
als Bestätigung für das Ereignis " Nadel erkannt", und ruft einen Muskel-Reflex hervor.
Der Vergleich aktueller Verstreichzeitmuster mit früher erfassten Verstreichzeitmustern, wie
er in Fig. 3g gezeigt wird, findet in der Synapse fortgesetzt statt. Jede erkannte Kovarianz
einer neuen Zeitsequenz, die durch besagte "zeitliche Auto-Adaption" registriert wird, setzt
eine Art von "Andock-Mechanismus" in Gang. Er initiiert jenen Prozess, der vom Patent-
anmelder als "motorische Auto-Adaption" bezeichnet >wird, und welcher als der eigentliche
"Motor" in biologisch-chemischen Organismen bzw. Lebensformen verstanden werden kann.
Strukturen zeitlicher und motorischer Autoadaption, die auf STQ-Quantisierung beruhen,
existieren auch auf unterster molekularer Ebene. Ohne verstreichzeit-gestützte molekulare
Regelkreise wären koordinierte Zustandsveränderungen in biologischen Systemen unmöglich.
Dies trifft insbesondere auf Bewegungen von Proteinen, auf die Erkennung und Kopierung des
genetischen Codes, und auf andere grundlegende Lebensprozesse zu. Der Schaffung höherer
biologisch/chemischer Ordnungen und komplexer Systeme wie Synapsen oder Neurone geht
die Existenz einer STQ-quantisierenden molekularen Substruktur voraus, aus der einfache
Erkennungs- und Selbstorganisations-Prozesse von niedrigerem Niveau abgeleitet werden.
Tatsächlich gibt es unzählige Hierarchien von auto-adaptiven Phänomenen auf verschiede-
nen Ebenen. Einfache Phänomene auf molekularer Basis sind z.B. auch: das "Andocken" an
Rezeptormolekülen, die Bildung von Poren, Ionenkanälen und subaxonalen Transportstruktu-
ren (Mikrotubuli), und die Formierung neuer Synapsen und axonaler Verzweigungen.
Demgegenüber stellt die in der Beschreibung zu Fig. 4a - c gezeigte Erkennung von Reiz-
Signalverläufen durch synaptischen Zeitmuster-Vergleich (als vegetativer Reflex oder als
bewusste Wahrnehmung) ein Epiphänomen bezüglich dessen dar. Jedes derartige auto-
adaptive STQ-Epiphänomen wird seinerseits von höherrangigen STQ- Epiphänomenen über-
lagert; ein Beispiel dafür ist die Analyse komplexer "Zeitmuster-Landschaften" auf Isomorphi-
tät. STQ- Epipänomene wie Regelung des Wachstums, des Kreislaufes, der Körpertemperatur,
der Atmung, des Stoffwechsels, des Sehens, des Hörens, des Tastens, des Riechens, der
Bewegungskoordination usw. werden ihrerseits wieder von noch komplexeren STQ-Szenarien
übertroffen, wozu unter anderem das Bewusstsein, das Denken, der freie Wille, das bewusste
Handeln oder auch die bewusste Zeitempfindung des Organismus zählen. In allen diesen
Fällen forscht das zentrale Nervensystem nach konvergenten Zeitmustern, die wie einzelne
Puzzle-Stücke zu einem integrierten sensorischen Gesamtszenario zusammengesetzt werden.
Findet sich in irgendeiner Hierarchie innerhalb einer gewissen "Latenzzeit" trotz intensiver
"Suche" für eine Td-Sequenz kein konvergentes Sub-Zeitmuster, so zeigt der Organismus
chaotisches Verhalten. Dieses Verhalten beschränkt sich auf jenen Teilbereich, in dem der
Kollaps aufgetreten ist. Sobald ein kovariantes Zeitmuster gefunden ist, kehrt der geordnete
Prozess der zeitlichen und motorischen Auto-Adaption (und Auto-Emolution) zurück. Dies ist
auf triviale Weise mit einer Servolenkung vergleichbar, die kurzfristig ausfällt. Das chaotische
Verhalten wird jedoch ebenfalls in seinem Ablauf als STQ-Zeitmuster quantisiert und in den
involvierten Synapsen auf eine Weise registriert, dass es trotz einströmender AP's zu keiner
Freisetzung von Neurotransmitter-Substanzen kommt. Über subaxonale Transportstrukturen
(sog. Mikrotubili) strömen solche Informationen als Transmittermoleküle in inverser Richtung
entlang des Axons zurück. Mikrotubili dienen zur Schaffung neuer Synapsen, und zur synap-
tischer Anbindungen an solche Neuronen und neuronalen Netze, in denen ebenfalls ein Kol-
laps eines Autoadaptionsprozesses aufgetreten ist. Der Produzierung neuer Synapsen geht
die Entstehung von Dendriten voraus; das sind axonale Fortsätze, die aus Neuronen hervor-
sprießen. Auf diese Weise regeneriert sich der auto-adaptive neuronale "Feedback"-
Mechanismus von selbst, und jenes STQ-Zeitmuster, das während des kurzfristigen
"chaotischen Verhaltens" erfasst wurde, wird zu einer neuen Referenzbasis für künftige
Ereignisse. Auf diese Weise lernt der zentrale Nervensystem (ZNS), neue Ereignisse und Er-
fahrungen zu registrieren; und neue Zeitmuster einzubeziehen, die vorher unbekannt waren.
Fig. 5 zeigt eine Konfiguration, in der die beschriebene erfundene Methode angewandt wird,
um einen autonomen selbst-organisierenden Mechanismus (insbes. einen Roboter) zu
generieren, bei dem die STQ-Quanten mittels mechanistischer Sensor-Technologie und
Elektronik-Schaltkreise erworben werden. Im Unterschied zu Fig. 4a - f werden im gezeigten
Fall beinahe ausschließlich STQ(i)-Verstreichzeiten zusammen mit STQ(v)- Verstreichzeiten
(die für die Messung der relativen Momentangeschwindigkeit benötigt werden) quantisiert.
Die mit Tw(1,2,3....n) bezeichneten Zeitdatenströme resultieren aus den vm-adaptiven
STQ(i)-Verstreichzeitmessungen. Nichtsdestoweniger wäre es aber vorteilhaft, auch STQ(d)-
Quanten zu erfassen, die zur Verifizierung von erworbenen Tw-Zeitdatenströmen dienen
können. Im Gegensatz zu molekular/biologische Organismen ist es in mechanistischen Syste-
men kaum möglich, eine verhältnismäßig große Anzahl von Sensoren auf engstem Raum neben-
einander zu placieren. Daher ist es erforderlich, aus der verfügbaren mechanistischen Sensor-
Technologie soviel STQ- Verstreichzeiten als möglich zu gewinnen, um eine ausreichende
große Referenzbasis für die nachfolgende statistische Analyse zu erlangen. Wie bereits in der
Beschreibung zu Fig. 3a ausgeführt wurde, fallen bei multiplen STQ(i)-Quantisierungen
Zeitdaten parallel und gleichzeitig an, weshalb diese Daten auch in paralleler Weise verarbei-
tet werden müssen.
FIG. 5
Die Konfiguration zeigt ein Blockschaltbild eines mobilen autonomen Roboters mit der
angeeigneten Fähigkeit, Bewegungsphasen in auto-adaptiver Weise zu reproduzieren und
das Timing seiner Eigenbewegung durch fortgesetztes Abtasten und Erkennen seiner
physikalischen Umgebung zu optimieren. Das Robotiksystem ist mit gleichartigen benach-
barten Sensoren 79 und 80 bestückt, welche analoge Ausgangssignale liefern, die mit
Schwellwertdetektor-IC's 81a, b, c, d ,e.. und 87a, b, c, d, e... verbunden sind. Bewegt
sich Sensor 79 (der "V-Sensor") in der bezeichneten Richtung entlang der korrespondieren-
den äußeren Signalquelle 78a, so durchbricht dessen Signalamplitude
zunächst das niedrigste Potential P1, das vom Schwellwertdetektor 81a bestimmt wird (s.
Beschreibung zu Fig. 2b). Dadurch wird das Flip-Flop 82a getriggert (Output = H). Ein
Schmitt-Trigger-IC sowie ein Monoflop-IC sollte vorgeschaltet sein, um bei jedem Phasen-
durchgang kurze Impulse abzugeben. Der nachgeschaltete rücksetzbare Präzisions-
Integrator(1) 83a liefert nun ein stetig ansteigendes analoges Output-Signal, das die
Frequenz des programmierbaren Oszillators (VCO) 84a moduliert. Diese Frequenz ist mit
dem Input eines digitalen TICM (Vielfach-Zeitzähl- und Speicher-IC) 86(C1) verbunden
und bildet die aktuelle vm-adaptive Zeitzählfrequenz ƒscan(1) (s. auch Fig. 3b, 3c). Der
Integrator (1) 83a dient demnach zur STQ(v)- Quantisierung. Er misst die Verstreich-
zeit Tv(1) in Form eines Potentialanstiegs, der über den VCO(#1) 84a in besagte Zähl-
frequenz ƒscan(1) umgewandelt wird, welche anti-proportional zu den relativen Geschwindig-
keiten vm(n..) ist, mit der sich das Robotiksystem gegenüber der räumlichen physikalischen
Umgebung bewegt.
Gelangt der benachbarte Sensor 80 (der "W-Sensor") in den Wahrnehmungsbereich der
Signalquelle 78a, so durchbricht seine Signalamplitude zunächst das vom Schwellwert-
detektor-IC 87a bestimmte niedrigste Potential P1 (s. Beschreibung zu Fig. 2b). Als Ergebnis
produziert die steigende Flanke des anschließenden Schmitt-Trigger-IC 88a einen Impuls im
nachgeschalteten Monoflop-IC 89a, der im TICM 86 (C1) die STQ(i)-Quantisierung der vm-
adaptierten Verstreichzeit Tw(1) startet. Da gleichzeitig ein Reset-Impuls an das Flip-Flop
82a geht und daher der analoge Pegel am Output des Integrators(1) 83a gehalten wird,
verbleibt die Zählfrequenz ƒ(1) als momentane vm-abhängige Zeitzählbasis ƒscan (1) am
Output des TICM 86(C1) solange unverändert, bis der nächste STQ(v)-Parameter quantisiert
wird. Diese Quantisierung findet statt, wenn die Signalamplitude des Sensors 79 unter das
vom Schwellwertdetektor-IC 81a festgelegte Potential P1 fällt (wobei das Flip-Flop 82a von
der fallenden Signalflanke getriggert wird), oder wenn der Sensor 79 in den Wahrnehmungs-
bereich einer weiteren Signalquelle 78b,c,d,e.. gelangt.
Gleichzeitig wird dabei über IC's 87a, 88a und 89a erneut ein Impuls produziert, der die
Messung der Verstreichzeit Tw(1) im TICM 86(C1) stoppt und die gezählten vm-
modulierten Zeitimpulse im Zeitdatenspeicher (C1) ablegt. Im Memory-Bereich C1 sind jene
Tw-Verstreichzeiten gespeichert, die sich auf das niedrigste Potential P1 beziehen, beispiels-
weise Tw(1), Tw(8), Tw(15) usw. Die Quantisierung aller auf die höheren Potentiale P2, P3,
P4, P5 usw. bezogenen STQ-Verstreichzeiten wird in derselben Weise abgewickelt wie für P1.
Passiert die Signalamplitude aus Sensor 79 die von den Detektor-IC's 81b, c, d, e...
bestimmten Schwellwert-Potentiale P2, P3, P4, P5.., so triggern nacheinander die Outputs
der Flip-Flop's 82b, c, d, e.. auf = H, und die nachgeschalteten Integratoren 83b, c, d, e...
liefern stetig ansteigende analoge Output-Pegel, welche ihrerseits die Frequenzen ƒscan
(von den VCO's 84b, c, d, e.. produziert) solange stetig vermindern, bis die Signalamplituden
aus Sensor 80 die von den Detektor-IC's 87b, c, d, e.. bestimmten höheren Schwellwert-
Potentiale P2, P3, P4, P5.. erreichen, sobald dieser Sensor in den Wahrnehmungsbereich der
Signalquelle 78a gelangt.
Daraufhin werden die Schmitt-Trigger 88b, c, d, e.. aktiviert, und die Monoflops 89b, c, d, e...
produzieren Impulse, die im TICM 86(C2,C2,C3,C4 ...Cn) die Erfassung der vm-adaptierten
Verstreichzeit-Daten Tw(1,2,3,4....n) starten. Die Registrierung dieser Daten geschieht
während die momentanen vm-adaptierten Zeitzählfrequenzen ƒscan (1,2,3,4,..n) gelten, weil
die gleichzeitig an die Flip-Flops 82b, c, d, e.. ergangenen Reset-Impulse die Output-Pegel
der Integrator-IC's 83b, c, d, e.. halten, womit die entsprechenden Output- Frequenzen
ƒ(1,2,3,4...n) an den VCO's 84b, c, d, e...festgelegt werden. In derselben Weise erfolgen die
fortgesetzten Quantisierungen weiterer Tw-Verstreichzeiten, wenn sich die Sensoren 79, 80
entlang weiterer Signalquellen 78b, c, d, e... bewegen. Im TICM 86 (C1...n) werden alle
quantisierten STQ(i)-Zeitdaten abgelegt. Im Speicherbereich C2 (s. die korrespondierende
Fig. 2b) befinden sich die auf den Wahrnehmungsbereich (Potential) P2 bezogenen Verstreich-
zeiten Tw(2), Tw(7), Tw(14)..., im Speicherbereich C3 die auf die höhere Potentialstufe P3
bezogenen Verstreichzeiten Tw(3), Tw(6), Tw(13)..., im Speicherbereich C4 die auf die
nächsthöhere Potentialstufe P4 bezogenen Verstreichzeiten Tw(4), Tw(5), Tw(12)..usw.
Die im TICM 86 einströmenden aktuellen Tw-Sequenzen werden demnach durch die aktuelle
Bewegung des sensor-gekoppelten autonomen Mechanismus (z.B. "Roboter-Vehikel") entlang
einer bestimmten Bahn generiert. Im gezeigten Beispiel weichen die Positionen der Sensoren
bezüglich der Positionen der externen Signalquellen (den physikalischen Umgebungen)
zeitlich ab.
Im Falle absoluter physikalischer Invarianz zwischen dem autonomen Vehikel und den
Umgebungen (auch ident mit "absoluter Synchronität") kann weder ein STQ-Parameter noch
eine Tw-Sequenz erworben werden. Tritt keine solche physikalische Invarianz auf, dann ist
es für das autonome Vehikel möglich, seine eigene Bewegung entlang der Bahn durch den
stetigen Vergleich aktuell erfasster STQ-Zeitdatenmuster Tw(1,2,3..n) mit früher erfassten
STQ-Zeitdatenmuster Tw'(nnnn) zu erkennen; und es ist auch möglich die erkannten Bewe-
gungen fortgesetzt in auto-adaptiver Weise zu optimieren. Voraussetzung dafür ist, dass das
Vehikel über ein entsprechendes Antriebs- und Bremssystem verfügt, das durch Daten kon-
trolliert wird, die mittels fortgesetzten statistischen Zeitdaten-Analysen errechnet werden.
Man vergleiche dazu auch Fig. 3d und 3e: Sobald die Regressionskurve einer aktuellen, im
TICM 86 gespeicherten Zeitdaten-Sequenz Tw (1,2,3...), mit der Regressionskurve einer
zeitlich zurückliegenden, durch eine frühere gleichartige Bewegung entlang derselben
erfassten Zeitdaten-Sequenz Tw'(nnn) konvergiert, wird das Antriebssystem 98 (sowie das
Bremssystem 99) durch Impulse 96, 97 aktiviert, die das Vehikel dazu veranlassen, seine
Bewegungsverläufe entlang den externen Signalquellen 78a, b, c, d, e... in einer Weise zu
vollziehen, daß der aktuelle Bewegungsverlauf mit jenem früheren Bewegungsverlauf annä-
hernd räumlich und zeitlich isomorph ist, aus dem die Zeitdaten-Sequenz Tw'(nnnn) hergelei-
tet wurde. Zu diesem Zweck sind das TICM 86, in das die aktuellen Zeitdaten einfließen,
sowie die Speichereinheit 92, in der die früher erfassten Zeitdaten Tw'(nn) gespeichert sind,
mit einem Kovarianz- Analysator 90 und einer Diskriminator- Logik 91 verbunden, welche die
einzelne Zeitdaten verifiziert und auf Plausibilität prüft. Ungültige Zeitdaten werden gelöscht
oder so interpoliert, dass kein Ausfall eines datengestützten Regelkreises auftreten kann.
Analysator 90 und Diskriminator 91 suchen den Speicher 92 mit sehr hoher Frequenz fort-
gesetzt nach annähernd übereinstimmenden Zeitdatenmustern ab. Signifikante Daten-
sequenzen werden an den Interpreter 93 weitergeleitet, welcher über die jeweilige Wahr-
scheinlichkeitsdichte und das Ausmaß der Kovarianz entscheidet. Besteht ausreichende
Übereinstimmung, so errechnet der Prozessor 94 die entsprechenden Aktivierungsparameter
Tempoverteilung zur Erzielung eines isomorphen Bewegungsverlaufes. Diese
Daten gelangen an das Steuerungsmodul 95, wo sie in Impulse 96, 97 für das Antriebs-
Bremssystem und 98, 99 umgesetzt werden.
Es ist ferner von Vorteil, in diesen Prozess auch energetische Impulse für ein Lenk- und
Gegenlenksystem 100, 101, 102, 103 einzubeziehen, das auf denselben beschriebenen
Funktionsprinzipien aufbaut und das für die Einhaltung des ebenfalls von besagten Tw'-
Zeitmustern festgelegten räumlichen Bewegungsverlaufes sorgt. Voraussetzung für eine
einwandfreie Funktion einer solchen Anordnung ist die Verwendung extrem schneller Prozes-
soren zur Bedienung der Teilsysteme 90, 91, 93, 94 und 95. Der aktuelle Bewegungsverlauf
des autonomen Vehikels kann nur dann annähernd isomorph zum referenten Bewegungs-
verlauf werden, wenn die Erkennung der signifikanten Tw'(nnnn)-Sequenzen die Regis-
trierung und Analyse der aktuellen Tw(1,2,3...)- Sequenzen (Ist-Werte), die Errechnung der
Regelparameter und die Applizierung der Energieimpulse 96, 97 in Echtzeit erfolgen. In diesem
Fall zeigt das Vehikel eine Verhaltensweise ähnlich wie ein "Servo-Regelkreis" bekannter Art.
Diese Affinität wird auch durch die Tatsache bestätigt, dass durch einfaches Erhöhen oder
Verringern der Basisfrequenz fn der Zeittaktquelle 85 der gesamte zeitliche Verlauf aller
einzelnen Bewegungsphasen völlig synchron beschleunigt oder verlangsamt werden kann.
Jedem äußeren Eingriff, der den Bewegungsverlauf zu ändern oder zu stören versucht, wird
automatisch vom Antriebsmechanismus des autonomen Vehikels entgegengewirkt. Deshalb
ist ein autonomer Mechanismus, der nach diesen Prinzipien arbeitet, mit einem "lebenden
Organismus" vergleichbar.Da in den System-Elementen 90, 91, 93, 94 und 95 das Bestreben
programmiert ist, die Analyse und Interpretation der erfaßten Zeitparameter fortgesetzt zu
verbessern (z.B. nur solche Tw'(nnnn)- Zeitdaten zu erlauben, die der kürzesten und effi-
zientesten Linienfolge zuzuordnen sind), existiert in einem solchen Mechanismus nicht nur ein
Bestreben nach zeitlicher und motorischer Auto-Adaption, sondern auch eine "Optimierungs-
Tendenz". (Dies ist auch in molekular/biologischen Strukturen von Organismen inhärent (s.
auch Beschreibung zu Fig. 4a - 4f ). Das System ist auch imstande, Prioritäten zu setzen,
sowie sich für Tw'-Zeitdatensequenzen zu entscheiden, die mit einer anderen Regressions-
kurve korrespondieren, falls z.B. eine irreguläre Bahnabweichung erkannt wird, die vom
Steuerungsmodul 95 nicht mehr stabilisiert werden kann; daraufhin strebt das Vehikel
einem neuen Bewegungsverlauf und einer neuen Tempoverteilungskurve (Timing) nach. Im
Memory des TICM 86 können beliebige alternative Bewegungs-Szenarien in Form von Tw'-
Zeitdatenmustern gespeichert sein, auf die "zugegriffen" werden kann, wenn es eine
bestimmte Kursabweichung erfordert. Auf diese Weise sind Crash-Situationen bereits im
Ansatzpunkt zu erkennen und können verhindert werden, indem das Vehikel in der Lage ist, in
autonomer Weise entgegenzuwirken.
Das System gerät nur dann außer Kontrolle ("chaotischer Zustand"), wenn keinerlei aus frü-
her registrierten Tw-Sequenzen abgeleitetes Regressionskurven-Segment gefunden worden
ist, welches mit irgendeinem Regressionskurven-Segment konvergent ist, das aus aktuell
registrierten Tw-Sequenzen abgeleitet ist. Dieser Prozess wird vom Anmelder als "motorische
Auto-Adaption" oder als "Auto-Emulation" bezeichnet. Um zeitlich/räumliche Zustands-
veränderungen der physikalischen Umgebung aus subjektiver Sicht des autonomen Systems
zu identifizieren, genügt es in den meisten Fällen nicht, externe räumliche Strukturen,
Landmarken und Lichtverhältnisse mittels optischer oder fotoelektrischer Sensoren passiv
abzutasten. Üblicherweise ist es auch nötig, die Höhenabweichungen mittels Neigungs-
sensoren, Wegunebenheiten mittels Druckaufnehmer oder Beschleunigungs-Sensoren, statio-
näre akustische Quellen mittels Mikrofone, Gradienten mittels Magnetfeldsensoren; sowie Po-
sitionen mittels GPS-Empfänger abzutasten, um genügend STQ-Zeitparameter als Referenz-
basis zu gewinnen.
Alle diese aufgenommenen Tw(n)-Zeitdatenströme werden im Memory des TICM gespeichert.
Daraus kann man folgern, dass die Lern- und Selbstorganisationsfähigkeit eines Organismus
(bzw. eines autonomen auto-adaptionsfähigen Mechanismus) proportional zur Menge aller
verfügbaren Sensoren bzw. zur Anzahl aller dem Auto-Adaptionsprozess verfügbar gemach-
ten STQ- Parameter zunimmt. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass es kein Timing
ohne begleitende Zeitnahme (= STQ-Quantisierung) gibt. Auto-adaptive Prozesse und
Mechanismen der beschriebenen Art werden für viele zukünftige Aufgaben im Bereich der
Hochtechnologie, z.B. für die Entwicklung autonomer Robotersysteme, unverzichtbar sein.
Ein Beispiel dafür ist folgendes: Ein Automobil, das sich im Straßenverkehr in autonomer
Weise sicher und effizient fortbewegen soll, muss imstande sein, seitliche und frontale
Abstände sowie fixe Geschwindigkeitsphasen einzuhalten. Mehr noch: es muss auch fähig
sein, selbsttätige Überholmanöver auszuführen, und Gefahrensituationen antizipierend
zu erkennen und zu vermeiden. Dies ist nur möglich, wenn der On-Board- Computer im
Fahrzeug mit einer Vielzahl verschiedener Sensoren zur Erfassung vielfältiger Signalquellen
gekoppelt ist, und wenn er über eine sehr schnelle und effiziente Hardware und Software
verfügt, welche jene STQ-Zeitdaten, die für die Autoadaption benötigt werden, annähernd
in Echtzeit verarbeiten kann. Zukünftige Typen von Mikroprozessoren könnten um eine
hardwaremäßige Struktur erweitert werden, welche die beschriebenen Funktionen vollbringen.
Fig. 6a zeigt die Konfiguration einer einfachen Verkörperung eines Aspekts der Erfindung,
bei der die in Fig. 2a - 2c erläuterten STQ(v)-, STQ(i)- und STQ(d)-Quantisierungsmethoden
zur Erkennung von räumlichen Profilen oder Strukturen angewandt werden. Im hier gezeigten
Anwendungsfall soll ein Roboterarm, auf zwei benachbarte Metallsensoren 104, 105 im
Abstand B installiert sind, fähig sein, das Profil des Metallstabes 106 von anderen zu unter-
scheiden, während er sich mit beliebiger Geschwindigkeit an beliebigen Stäben 106, 107,
108 usw. entlang bewegt.
FIG. 6a- 6b
Bewegt sich der Sensorkopf in der Höhe h entlang der bezeichneten Richtung, so gelangen der v- Sensor 104 (S2) und dann der w-Sensor 105 (S1) nacheinander in jenen niedrigen sensitiven Bereich, der hier als "Wahrnehmungsintensitätszone 3" bezeichnet ist. Der niedrigste Schwellwert P1 wird von der Signal-Amplitude durchbrochen, und die im Wesent- lichen aus den Elementen 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, und 89 bestehende Aquisitions- Logic 109 (s. auch Fig. 5) beginnt mit dem Erwerb vm- modulierter STQ(i)- STQ(d)- Zeitsequenzen Tw(1,2,3...n) und Td(1,2,3...n), die im TICM-Memory (A) 110 gespeichert werden. Derselbe Zeitdatenerfassungs-Prozess wiederholt sich, wenn die Sensoren 104, 105 auf die nächsthöheren Wahrnehmungsbereichszonen 2 und 3 treffen und die Signalamplituden die in den Schwellwertdetektoren eingestellten Potentialwerte P2 und P3 durchbrechen. Um jene Metallstäbe 106, die das charakteristische Profil aufweisen, im Analysator 112 eindeutig zu identifizieren, müssen die Tw,Td-Zeitdatenströme, welche ins Memory 110 einfließen, fortgesetzt mit jenem signifikanten Tw',Td'-Zeitdatenmuster (B) 111 verglichen werden, das als "Referenzmuster" vorprogrammiert worden ist. Ungültige oder irreguläre - in der Diskriminator-Einheit 113 erkannte - Zeitdaten werden sodann gelöscht oder korrigiert. Diese Einheit ist auf die Fähigkeit programmiert, die Zuordnung und Verarbeitung der Daten automatisch zu verbessern (d.h. die Zeitdaten in auto-adaptiver Weise zu überprüfen und zu verifizieren) wie dies schon in bezug auf Fig. 5 beschrieben wurde. Wurde ein Profil als solches erkannt, so gibt der Analysator 112 ein Bestätigungssignal an eine Aktuator-Einheit des Roboters weiter, die dann einen Mechanismus in Gang bringt, der die identifizierte Metallschiene vom Boden abhebt, auf ein Laufband aufsetzt usw. Fig. 6b - e zeigen verschiedene Diagramme und Tabellen bezüglich Fig. 6a. Fig. 6b zeigt ein Sensorfeld-Diagramm des abgetasteten Metallprofils 106. Die Messung seiner Dimensionen d1....d7 resultiert ausschließlich aus STQ- Quanten, d.h. in der Zeit- domäne. Identifikation der Profile sind 3 Empfindlichkeitszonen (P1, P2 und P3) vorgesehen, die in Schwellwert-Detektoren gespeichert werden. Zu den Phasendurchgängen (iT)A, (iT)B, (iT)C, (iT)D, (iT)E, (iT)F, (iT)G und (iT)H werden digitale Präzisionszeitmesser gestartet oder gestoppt. Da die variable Zeitzählfrequenz ƒscan, mit der diese Zeitmesser zählen, automatisch an die Abtastgeschwindigkeit vm angepasst (bzw. moduliert) wird (siehe auch Fig. 3a - g, und Fig. 5), korrelieren die tatsächlichen Dimensionen d1....d7 weitgehend mit den Tw,Td- Verstreichzeiten, die bereits im Memory 110 gespeichert sind. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, erhält man die Distanzen AB-(d1) und BC-(d2) aus STQ(d)-Verstreich- zeiten, die Distanzen CD-(d3), DE-(d4), EF-(d5) sowie BG-(d6) und AH-(d7) aus STQ(i)- Verstreichzeiten. Einmal mehr wird vom Patentanmelder bekräftigt, daß alle (iT)n... flüchtige Phasendurchgänge darstellen, und niemals "Zeitpunkte" nach klassischem physika- lischem Verständnis. Fig. 6c zeigt die vm-Diagramme zweier Bewegungsverläufe der Sensoren S1 und S2 entlang des abgetasteten Metallprofils. I